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Der Dialog der Zivilgesellschaften findet sogar in den Tiefen des Weinkellers im Konstantinow-Palast statt. (Foto:Mrozek/.rufo)
Der Dialog der Zivilgesellschaften findet sogar in den Tiefen des Weinkellers im Konstantinow-Palast statt. (Foto:Mrozek/.rufo)
Mittwoch, 30.11.2005

Dialog: Ohne Schröder, aber mit Putin und Merkel

St.Petersburg. Kanzlerin und Präsident kommen nicht zum „Petersburger Dialog der Zivilgesellschaften“. Aber Angela Merkel wird das Kind Schröders und Putins weiter pflegen. Putin und Merkel schicken Grußbotschaften.

Mit ihren Grußbotschaften unterstreichen Merkel und Putin, dass die deutsch-russischen Beziehungen stabil sind.

Das Jahrestreffen 2005 des Petersburger Dialogs wird am Mittwochabend im Audimax der Petersburger Universität von den Vorsitzenden Michail Gorbatschow und Klaus Mangold eröffnet. Am Donnerstag diskutieren jeweils über 40 namhafte Unternehmer, Wissenschaftler, Kulturschaffende, Politiker und Journalisten aus Russland und Deutschland im Prachtbau des Konstantinow-Palastes in Petersburg weiter.

Bei Russland-Aktuell
• Deutsch-Russische Beziehungen entwickeln sich (28.10.2005)
• Petersburger Dialog: Nachruf auf Peter Boenisch (15.07.2005)
• Paris brennt
Ex-DDR-Ministerpräsident als neuer Co-Vorsitzender im Gespräch

Die wichtigste Botschaft des „Petersburger Dialogs“ ist, dass es in den deutsch-russischen Beziehungen fast unverändert weitergeht wie bisher. Das Diskussionsforum war von Gerhard Schröder und Wladimir Putin im Herbst 2000 initiiert worden. Es entwickelte sich zu einer wichtigen Drehscheiben in den deutsch-russischen Beziehungen. Schröder und Putin nahmen selbst an jeder Jahresversammlung teil, die jeweils parallel zu den alljährlichen deutsch-russischen Regierungskonsultationen organisiert wurde.

Im Jahre 2004 konnte allerdings Putin wegen des Geiseldramas in Beslan nicht zu dem Dialog-Jahrestreffen in Hamburg kommen. In 2005 mussten sowohl die Regierungskonsultationen als auch der Dialog, die beide im Herbst eigentlich im sibirischen Tomsk stattfinden sollten, wegen der vorgezogenen Bundestagswahlen zunächst abgesagt werden.

Jetzt wird der „Petersburger Dialog“, der ursprünglich manchmal eher wie eine Beilage zu den Regierungskonsultationen wirkte, zu einem Stabilisator der deutsch-russischen Beziehungen – unabhängig davon, wer Kanzler ist.

An dem Jahrestreffen 2005 nimmt auch der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière teil. De Maizière, Landsmann, Parteifreund und Wohnungsnachbar von Angela Merkel ist als neuer deutscher Co-Vorsitzender des Dialogs im Gespräch. Die Bundeskanzlerin würde mit dessen Nominierung unterstreichen, wie wichtig ihr der Dialog mit Russland ist.

Dialog von Regierungstreffen abgekoppelt

Welche Rolle der „Petersburger Dialog“ in Zukunft spielen wird, entscheidet sich allerdings erst auf dem Jahrestreffen 2006, das für den kommenden Herbst in Dresden geplant ist. Damit wird in 2006 erstmals der „Dialog der Zivilgesellschaften“ bewusst von den Regierungskonsulationen abgekoppelt, die im Frühjahr noch vor dem G-8-Treffen stattfinden werden.

Und dann ist die Frage, ob Putin und Merkel sich die Mühe machen werden, sich zum Diskussionsforum nach Dresden zu begeben, Zivilgesellschaft hin, Zivilgesellschaft her. Ob also Angela Merkel das politische Adoptivkind gut behandeln wird, erfahren wir in 2006.

(gim/.rufo)


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