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Achmed Sakajew - einer der meistgesuchten tschetschenischen Untergrundführer - ist zufrieden mit seinen Gesprächen mit Vertretern Moskaus in Oslo. (Foto: TV)
Achmed Sakajew - einer der meistgesuchten tschetschenischen Untergrundführer - ist zufrieden mit seinen Gesprächen mit Vertretern Moskaus in Oslo. (Foto: TV)
Montag, 03.08.2009

Friedensgespräche und Feuerüberfälle in Tschetschenien

Grosny/Moskau. Bei einem Feuerüberfall auf eine Polizeikolonne sind in Tschetschenien wieder fünf Milizionäre getötet worden. Es scheint, als drohe der Kaukasus ausser Kontrolle zu geraten - trotz Friedensverhandlungen mit Untergrundführer Sakajew.

Am Sonntagnachmittag gegen 17:00 wurde eine aus drei Fahrzeugen bestehende Milizkolonne in der Nähe der Ortschaft Itum-Kale in Tschetschenien von Unbekannten aus Granatwerfern und Maschinenwaffen beschossen.

Die Kolonne war in unübersichtlichen Gelände unterwegs aus Schatoi nach Scharoi. Vier der getöteten Milizionäre waren aus dem Gebiet Nowgorod nach Tschetschenien abkommandiert worden. Einer der Getöteten stammte aus Tschetschenien.

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Fast täglich Feuerüberfälle auf Vertreter des Staatsapparates


Am gleichen Tag waren schon bei Anschlägen in den benachbarten Teilrepubliken Inguschetien und Dagestan fünf Menschen getötet worden.

In den vergangenen Wochen kommt es in Inguschetien, Dagestan und Tschetschenien fast täglich zu Feuerüberfallen auf Milizionäre, Behördenvertreter und moskauorientierte Politiker. In Dagestan wurde der Innenminister bei einem solchen Überfall getötet. In Inguschetien überlebte der Präsident knapp einen Biombenanschlag.

Die Situation in den islamischen russischen Teilrepubliken im Nordkaukasus droht - trotz persönlicher Intervention des Präsidenten Dmitri Medwedew und demonstrativer Verstärkung von Sicherheitskräften - nicht nur der Kontrolle Moskaus zu entgleiten, sondern auch den Statthaltern Moskaus - und ihren altgedienten Gegnern.

Friedensgespräche zwischen Moskaus Statthaltern und dem Untergrund-Präsidenten


So hatte der tschetschenische Feldkommandeur Achmed Sakajew, der wohl einflussreichste unter den tschetschenischen Exilpolitikern, ab dem 1.August eine Feuerpause angekündigt. Man werde nicht mehr auf tschetschenische Milizionäre schiessen, verfügte Sakajew.

Vor einer Woche hatten in der norwegischen Hauptstadt Oslo Verhandlungen zwischen Sakajew und einem Abgesandten Grosnys stattgefunden, obwohl Sakajew sowohl bei der russischen Staatsanwaltschaft, als auch bei Interpol auf den Fahndungslisten steht.

Sakajew hatte 1996 die Eroberung Grosnys und 2000 die Verteidigung der Stadt massgeblich mitorganisiert, bevor er ins Exil ging und dort Nachfolger des getöteten Aslan Maschadow wurde.

Kadyrow und Sakajew suchen nach Stabilität


Im Auftrag des moskauorientierten Tschetschenen-Präsidenten Ramsan Kadyrow hatte der tschetschenische Parlamentsvorsitzende Abdurachmanow laut Medienberichten zwei Tage lang mit Sakajew über eine politische Lösung für Tschetschenien gesprochen.

Es sei vereinbart worden, die Gespräche in zwei Wochen in London fortzusetzen, berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung "Kommersant".

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Achmed Sakajew erklärte zum Abschluss der Gespräche (laut Kommersant), er sei mit dem Treffen ebenso wie alle seine Weggefährten im Exil sehr zufrieden. Er hoffe, dass man einen "Weg zu langfristiger politischer Stabilität in Tschetschenien finden" werde.

Spaltung im Untergrund?


Akajew, Präsident der Untergrundrepublik Itschkeria, kündigte bereits in Oslo an, er habe seinen Generalstab aufgefordert, die Waffen nicht mehr gegen tschetschenische Milizionäre zu richten, es sei denn zur Selbstverteidigung.

Sakajew kritisierte zugleich auch die "islamischen Fundamentalisten" im Untergrund, die gegen seine Kompromisslinie sind.

Der tschetschenische, moskauorientierte Präsident Ramsan Kadyrow hatte Sakajew mehrfach aufgefordert, nach Tschetschenien zurückzukehren. Er hoffe, dass man in Moskau eine Möglich fände, Sakajew die Rückkehr zu ermöglichen.

Bisher bestanden Kreml-Vertreter darauf, dass Sakajew - dessen Auslieferung aus London jahrelang massiv gefordert worden war - in Russland vor Gericht gestellt werden müsse. Er könne nur dann auf freiem Fuss nach Grosny kommen, wenn er vorher vor Gericht seine Unschuld bewiesen habe.



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