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Naurpaschi Kulajew bekannte sich vor Gericht in seinem Abschlusswort nicht schuldig (Foto: Itar-Tass)
Naurpaschi Kulajew bekannte sich vor Gericht in seinem Abschlusswort nicht schuldig (Foto: Itar-Tass)
Freitag, 17.02.2006

Prozess gegen Beslan-Terroristen vor dem Ende

Moskau. Der Staatsanwalt hat die Todesstrafe gegen Nurpaschi Kulajew, den letzten überlebenden Beslan-Terroristen, gefordert. Er selbst beteuerte bis zuletzt seine Unschuld. Das Urteil könnte schon nächste Woche fallen.

„Was meine Schuld betrifft – so bekenne ich mich nicht an dem Tod eines Kindes, nicht an dem Vergießen eines Tropfen Blutes schuldig“, sagte Kulajew in seinem Schlusswort. Das Geständnis sei aus ihm herausgeprügelt worden, behauptete der 25jährige Tschetschene.

Geständnis soll erpresst worden sein


„Vier Monate haben sie mich geschlagen, ich konnte nicht mehr auf den Beinen stehen und als sie nichts mehr aus mir herausbekamen, haben sie den Fall geschlossen“, beschuldigte Kulajew die Ermittler. Auch sein Anwalt Albert Plijew plädierte auf nichtschuldig.

Kulajew sei mit Gewalt in die Schule verschleppt worden. Er habe in dem Lager der Untergrundkämpfer den tschetschenischen Warlord Schamil Bassajew gesehen. Daher sei er nicht wieder nach Hause gelassen worden, obwohl er das wünschte. Keiner der Zeugen habe gesehen, dass er in der Schule geschossen habe, sagte Plijew.

Opfer überzeugt von Kulajews Schuld


Bei Russland-Aktuell
• Todesstrafe für Beslan-Terrorist gefordert (09.02.2006)
• Trauer in Beslan ein Jahr nach der Tragödie (01.09.2005)
• Beslan-Mütter treffen sich mit Putin (02.09.2005)
• Prozess gegen Geiselnehmer von Beslan beginnt (17.05.2005)
• Beslan: Geiselnehmer-Prozess beginnt im Mai (19.04.2005)
Dass Kulajew nicht geschossen habe, glaubt allerdings keines der Opfer. „Uns ist klar, dass Kulajew mit der Bande zusammen war. Es kann nicht sein, dass Kulajew nicht geschossen hat, denn aus der Mensa wurde ständig gefeuert. Kulajew ist Terrorist – und es ist die Aufgabe seines Anwalts, ihn zu verteidigen“, kommentierte Susanna Dudijewa, eine Vertreterin des Komitees der Beslanmütter, das Schlussplädoyer der Verteidigung.

Wie viele Opfer-Angehörige ist sie mit der Forderung des Staatsanwalts Nikolai Schepel nach der Todesstrafe für Kulajew einverstanden. Sie forderte eine Aufhebung des Moratoriums, dass die Verhängung der Todesstrafe in Russland verbietet.

Das Geiseldrama von Beslan war einer der blutigsten Terrorakte in der Geschichte Russlands. 331 Menschen, darunter 186 Kinder kamen während des Sturmes der Schule in der nordossetischen Stadt Beslan ums Leben.

Weitere Untersuchungen gefordert


Doch während die Staatsanwaltschaft den Fall Beslan mit dem Abschluss des Prozesses zu den Akten legen möchte, fordern die Opfer-Angehörigen weitere Untersuchungen. „Wir wollen, dass alle Schuldigen, darunter auch Personen in Führungspositionen, bestraft werden“, hatte Ella Kessajewa von den „Stimmen Beslans“ immer wieder gefordert.

Aus Protest gegen das Prozessende sind die „Stimmen Beslans“ in den Hungerstreik getreten. Eine der Beteiligten musste bereits ins Krankenhaus eingeliefert werden.

(ab/.rufo)


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