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Montag, 09.01.2006

Russland, IAEO und Berlin warnen vor Krieg um Iran

Moskau. Die Krise um den Iran und sein Atomprogramm geht in die Entscheidungsrunde. „Ich hoffe sehr, dass es nicht zum Krieg kommt“, sagt in Moskau Verteidigungsminister Iwanow. In Berlin sorgt sich Außenminister Steinmeier.

Verteigungsminister Sergej Iwanow bestätigte in Moskau, dass in Teheran Gespräche zwischen Russland und dem Iran über dessen Atomprogramm laufen. Im Iran halte sich eine Delegation des russischen Außenministeriums und des Nationalen Sicherheitsrates auf.

Atomwaffen für die Mullahs - Nein Danke

USA, EU und Russland befürchten, dass der Iran sich in den Besitz von atom-waffenfähigen Technologien bringen könnte. Zugleich räumen besonders die Europäer und Russen dem Iran ausdrücklich das Recht zur zivilen Nutzung des Atoms ein. Der Iran hat seinerseits versichert, er werde jederzeit internationalen Kontrolleuren der Atom-Aufsichtsbehörde IAEO den Zutritt zu seinen Atomanlagen gewähren, hatte aber den Besuch von UNO-Inspekteuren abgelehnt.
Die Delegation des russischen Außenministeriums wird von Vize-Außenminister Sergej Kisljak geleitet, die Delegation des Sicherheitsrates von dessen Vize-Sekretär Valentin Sobolew. Nach Informationen aus dem russischen Außenministerium gingen die Gespräche in Teheran am Montagabend noch weiter.

Russland habe dem Iran einen sehr vernünftigen Vorschlag gemacht, sagte Iwanow. Russland habe dem Iran angeboten, Uran für den iranischen Atomreaktor in Busher auf russischem Territorium anzureichern. Damit würden internationale Normen nicht verletzt.




Russland baut den Siemens-Reaktor fertig - um die Atombombe zu verhindern



Russland stellt in 2006 den Reaktor in Busher fertig, dessen Bau von KWU-Siemens in den 70iger Jahren begonnen worden war. Russland will in den nächsten Wochen bereits die ersten Brennelemente dafür liefern. Aber auch dies geschieht unter der Bedingung, dass abgebrannte Brennelemente zu Wiederaufbereitung und Endlagerung nach Russland zurückgebracht werden.

Bei Russland-Aktuell
• Iran nimmt AKW Busher in Betrieb – Russland hilft (06.01.2006)
• Russische Raketen und Reaktoren für Teheran (07.12.2005)
• Ex-Premier soll Atom-Wirtschaft lenken (16.11.2005)
• Russland vom Iran brüskiert, Sputnik fliegt trotzdem (28.10.2005)
• Russland und USA uneins über UN-Reform (14.09.2005)
Moskau will aber gemeinsam mit EU, USA und der Atomaufsichtsbehörde IAEO durch die Einbindung des Iran in internationale Verpflichtungen und Kontrolle verhindern, dass die zivile Atomnutzung militärisch weiterentwickelt wird.

Der Iran hatte den russischen Uran-Anreicherungs-Vorschlag bereits im vergangenen Jahr zunächst krass abgelehnt, dann aber Anfang Januar doch Gesprächsbereitschaft signalisiert. Der Iran sei bereit zur Anreicherung in Russland, wenn iranische Fachleute daran beteiligt wären.

Iran entfernt die Plomben an seinen Atomanlagen



Am Wochenende erklärte der Iran, während die russische Delegation schon im Lande war, er werde die Atomforschungsarbeiten, die im vergangenen Jahr auf Absprache mit Deutschland, Frankreich und England eingefroren worden waren, wieder aufnehmen. Inspekteure der Atom-Aufsichtsbehörde IAEO, die Ende vergangener Woche im Iran eingetroffen waren, sollen jetzt die Plomben entfernen, teilte IAEO-Direktor Al Baradei mit.

Baradei warnte ebenfalls vor einer Eskalation: Die Geduld der IAEO sei bald zu Ende.

In Berlin nannte der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier die Entwicklung um den Iran besorgniserregend.

Die USA neigen zu einer Militärintervention, Europa und Russland wollen eben diese verhindern.

(mig/.rufo)


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