 |
|
| Estland hat seine Grenze mit Russland festgelegt. | |
Donnerstag, 19.05.2005
Russland und Estland schließen Grenzvertrag
Moskau. Russland und Estland haben sich auf einen genauen Verlauf ihrer gemeinsamen Grenze geeinigt. Der Verlauf der Demarkationslinie wurde nach pragmatischen Gesichtspunkten geändert.
|
|
So wird die Fahrrinne des Peipus-Sees, dort wo Alexander Newski vor über 750 Jahren den deutschen Ritterorden versenkte, in der Mitte geteilt. Russland bekommt so einen Zugang vom See aus zum Narwa-Fluss, während Estland mit Seeanteilen im Bereich der Insel Pirisaar entschädigt wird.
|
Auf der Gegenseite tritt Russland dem Baltenstaat ein Gebiet von etwa 115 Hektar ab, auf dem eine Landstraße zwei estnische Siedlungen verbindet. Als Kompensation bekommt Russland in gleicher Größe bislang zu Estland gehörende Waldstücke.
|
Sieg des Pragmatismus
|
Damit haben nach Einschätzung russischer Medien beide Seiten einen hohen Grad an Pragmatismus bewiesen. Die russischen Diplomaten hätten den Esten ihre Nichtteilnahme an den Siegesfeiern vergeben, während die Balten wiederum auf Territorialansprüche gegenüber dem großen Nachbarn verzichteten.
|
Mit der Festlegung der Grenzen erfüllten die Esten eine Bedingung der EU, um als vollwertiges Mitglied anerkannt zu werden. Nun hat einzig Lettland als EU-Mitglied noch keine staatlich fixierte Grenze mit Russland.
|
Konflikt mit Lettland weiter offen
|
Zwar hat Lettlands Außenminister Atis Pabriks am 17. Mai vorgeschlagen, die Verhandlungen über einen Grenzvertrag wieder aufzunehmen. Doch noch hat das Land seine territorialen und finanziellen Forderungen an Russland nicht zurückgenommen. Außerdem verlangen die Letten eine erneute öffentliche Entschuldigung Russlands für die Zeit der Okkupation. Für Russland sind diese Bedingungen unannehmbar.
|
(ab/.rufo)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>