 |
|
| Ruhe vor dem Sturm an der georgisch-abchasischen Grenze? (Foto: .rufo) | |
Dienstag, 18.07.2006
Russland warnt vor neuem Krieg im Kaukasus
Moskau. Nach dem Beschluss des georgischen Parlaments zur Beendigung der russischen Blauhelmmission in Süd-Ossetien und Abchasien warnt Moskau vor einem neuen Ausbruch der Kämpfe.
|
|
Das Parlament in Tiflis forderte am Dienstag einstimmig den Abzug der de facto ausschließlich aus russischen Einheiten bestehenden GUS-Blauhelme aus der Frontzone zu den beiden Separatisten-Republiken. Die Anwesenheit der Russen mache eine Regelung der Konflikte unmöglich, hieß es. Der Abgeordnete Giwi Targamadse forderte, die russischen Friedenstruppen „wie eine Besatzungsmacht zu behandeln“, sollte sich der Abzug hinauszögern.
|
Dort wird wieder Blut fließen
Während Moskau den Abzug seiner regulären Militärstützpunkte fortsetzt, stößt die Beendigung des Blauhelm-Einsatzes in Russland auf Widerspruch: „Sobald der letzte russische Soldat diese Gebiete verlassen hat, wird dort wieder Blut fließen“, warnte der stellvertretende Kommandeur der russischen Landstreitkräfte Valeri Jewnewitsch am Dienstag vor Journalisten. Nach Moskauer Ansicht haben die Friedenstruppen in Abchasien und Süd-Ossetien ein Mandat der UNO bzw. der OSZE. Ein Abbruch der Operation könne daher nicht auf georgische Initiative allein erfolgen.
|
Vor allem in Süd-Ossetien hatte sich die Lage an der Grenze zu Rest-Georgien zuletzt fast täglich zugespitzt. Georgische Sicherheitskräfte sperrten die Transkaukasus-Fernstraße, die Russland über Süd-Ossetien mit Georgien und Armenien verbindet. Nachdem georgische Bewaffnete ein russisches Diplomatenfahrzeug mit Krisenunterhändlern stoppten und durchsuchten, ließ die Moskauer Führung ein Vermittlungstreffen platzen.
|
Der prowestliche georgische Staatschef Michail Saakaschwili hatte bereits vor seiner Machtübernahme angekündigt, er wolle die staatliche Einheit der Kaukasus-Republik wiederherstellen. Die beiden Teilrepubliken Süd-Ossetien und Abchasien sind nach blutigen Sezessionskriegen Anfang der 1990-er Jahre de facto von Georgien unabhängig und werden inoffiziell massiv von Russland unterstützt.
|
So besitzen die meisten Bewohner inzwischen russische Pässe. Zusätzliche Sorgen über einen womöglich endgültigen Verlust der Gebiete hatten in Georgien zuletzt Äußerungen von Wladimir Putin ausgelöst. Der Präsident hatte gefordert, Süd-Ossetien und Abchasien müssten das gleiche Recht auf Selbstbestimmung haben wie der Kosovo.
|
(kp/.rufo)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>