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| Alexej Etmanow, Gewerkschafter bei Ford-Petersburg; Arbeiterführer oder Paranoiker? (Foto: ) | |
Dienstag, 14.04.2009
St.Petersburg: Gewerkschaftsführer bei Ford überfallen?
St.Petersburg. Der Vorsitzende der Autobauer-Gewerkschaft der Ford-Fabrik bei St-Petersburg berichtet, es habe einen erneuten Überfall auf ihn gegeben. Seine Haustürklinke wurde mit Kot bestrichen. Dennoch scheint die Meldung ernst zu nehmen zu sein.
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Der Gewerkschaftsmann Alexej Etmanow war einer der Organisatoren eines Arbeitskampfes in dem Ford-Montagewerk, mit dem Lohnerhöhungen durchgesetzt werden konnten. Die Gewerkschafter bei Ford-Petersburg gelten seitdem - ähnlich wie in den 70iger Jahren die Belegschaft von Ford-Köln - als effektivste unabhängige Gewerkschaftsorganisation Russlands.
In der vergangenen Woche hatte die Ford-Betriebsgewerkschaft einen neuen Werkstarifvertrag gefordert, in dem es Arbeitsplatzgarantien und Lohnanpassung geben sollte. In dem neuen Tarifvertrag sollte die Ford-Werksleitung freie gewerkschaftliche Betätigung im Betrieb erlauben.
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Etmanow war am 8.November und am 14.November vergangenen Jahres vor seiner Wohnung überfallen worden. Beide Male konnte er sich nach eigenen Aussagen nur dank einer Schreckschusspistole mit Hartgummigeschossen verteidigen. Beim zweiten Überfall wurde ein junger Mann festgenommen, der ihm im Hausflur mit einem Stahlrohr aufgelauert hatte.
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Schei... vor der Tür: Dummer-Jungen-Streich oder Anschlag? In der Nacht auf heute hatten Unbekannte die Wohnungstürklinke mit Kot bestrichen und eine versteckte Videokamera aufgebaut, mit der offensichtlich der Vorfall gefilmt werden sollte. Etmanow, der nur dank seiner Wachsamkeit nicht in die Scheisse griff, berichtet, der Geheimdienst FSB habe es abgelehnt, der Sache nachzugehen. Er selbst schätzte den Vorfall als "Überfall" ein.
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Berichtenswert ist der Vorfall eigentlich auch nur im Zusammenhang damit, dass in den letzten Wochen in verschiedenen Gewerkschaftsorganisationen Russlands über Streik- und Protestaktionen diskutiert wird, mit denen man sich gegen die Krisenfolgen wehren will.
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Streik bei Zivilangestellten des Militärs angekündigt Streikaktionen hatten zum Beispiel die Gewerkschaften der Zivilangestellten der Nordmeerflotte angekündigt, um die Auszahlung von Lohnrückständen zu erzwingen.
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In der Regel wurden bisher derartige drohende Arbeitskonflikte aber schon im Vorfeld teils durch Druck, teils auf dem Verhandlungsweg geklärt, so zum Beispiel auch bei einem vor anderthalb Jahren geplanten Lokführerstreik.
Das soziale Konfliktpotential in Russland wuchs in den vergangenen Krisenmonaten aber wegen Arbeitslosigkeit, sozialer Unsicherheit und Armut in einigen russischen Regionen stark an.
Die offiziellen russischen Gewerkschaften (Bund der unabhängigen Gewerkschaften) unter Michail Schmakow verhalten sich in der Regel
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konfliktscheu, staatstragend und um die Mehrung des eigenen Eigentums bedacht. Sie stehen politisch teils der Kreml-Partei "Einiges Russland", teils deren Abspaltung "Gerechtes Russland" nahe.
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