Moskau. Die Duma könnte schon bald den 7. November aus dem Feiertagskalender streichen. Zu Sowjetzeiten gab es an diesem Tag eine große Militärparade zu Ehren der Oktoberrevolution und auch in Russland war der in „Tag der Eintracht und Versöhnung“ umbenannte Feiertag frei. Nun wollen ihn die Abgeordneten gegen den 4. November eintauschen, dem Tag als Russland die polnischen Eroberer 1612 aus dem Land jagte.
Der Feiertag könnte den für deutsche Ohren bekannten Namen „Tag der nationalen Einheit“ tragen. Für Russland hat er allerdings wirklich eine hohe Bedeutung, leitete er doch das Ende der "Smuta" - der Zeit der Wirren - ein.
Ein russisches Volksheer jagte die Polen aus dem Kreml. Anschließend übernahmen die Romanows die Macht in Russland und herrschten 300 Jahre lang. Die Dynastie ging erst 1917 zu Ende.
Die Chefs der drei Duma-Fraktionen Einiges Russland, LDPR und Rodina sprachen sich dafür aus, daneben noch eine ganze Reihe von Feiertagen umzuverlegen. So soll das Neujahrsfest bis zum 5. Januar dauern. Bislang feierten die Russen „nur“ bis einschließlich 2. Januar den Beginn des neuen Jahres.
Der Verfassungstag am 12. Dezember soll abgeschafft werden. Als Ersatz dafür soll die „Geburt der Staatsduma“ mit einem neuen Feiertag geehrt werden. Den Verfassungstag hatte Ex-Präsident Boris Jelzin nach seinem Sieg gegen das aufständische Parlament und der Inkraftsetzung einer neuen Verfassung eingeführt.