Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister
Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Viktor Tschernomyrdin ist als Botschafter in Kiew abberufen worden (Foto: Archiv/.rufo)
Viktor Tschernomyrdin ist als Botschafter in Kiew abberufen worden (Foto: Archiv/.rufo)
Freitag, 12.06.2009

Viktor Tschernomyrdin als Botschafter in Kiew abgelöst

Kiew. Der langjährige russische Sonderbotschafter in Kiew Viktor Tschernomyrdin muss gehen. Während seiner Zeit in Kiew hatten sich die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine in den letzten Jahren verschlechtert.

Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat Viktor Tschernomyrdin als Botschafter abgesetzt. Gleichzeitig wurde der 71jährige zum Präsidentenberater ernannt. Er soll den Kremlchef bei Fragen wirtschaftlicher Zusammenarbeit innerhalb der GUS vertreten und beraten.

Neuer Posten ohne feste Aufgaben


Große Hoffnungen auf einen Aufschwung der Wirtschaftsbeziehungen innerhalb der GUS durch die neue Ernennung macht sich in Moskau niemand. Der stellvertretende Duma-Vorsitzende Konstantin Satulin (Partei „Einiges Russland“) erklärte: „Ich denke, dass die neue Ernennung im Großen und Ganzen nur eine Ehrenbezeugung für Tschernomyrdin ist, da der speziell für ihn erdachte Posten keine abgegrenzten und konkreten Verantwortungsbereiche beinhaltet.“

Auch der Vize-Chef der Kommunisten Iwan Melnikow betrachtet die neue Funktion Tschernomyrdins als „Versetzung in den verdienten Ruhestand“. Seiner Meinung nach bedeutet die Ablösung Tschernomyrdins als Sonderbotschafter in Kiew auch einen Kurswechsel in der russischen Außenpolitik in Bezug auf die Ukraine.

Seit 2001 Botschafter


Tschernomyrdin wurde 2001 von Wladimir Putin zum Botschafter in Kiew ernannt. Zu der Zeit war Tschernomyrdin noch Aufsichtsratschef bei Gazprom und galt – auch wegen seiner Erfahrung als russischer Regierungschef (1992 – 1998) – als einer der mächtigsten Politiker im Land.

Die Ernennung war damit zugleich auch eine Abschiebung, da der Kreml damals aktiv um die Kontrolle über Gazprom kämpfte. In den acht Jahren, in denen Tschernomyrdin auf dem Posten war, entwickelte sich die Ukraine zu einem der auffälligsten und konfliktreichsten Bereiche der russischen Außenpolitik.

„Wir wollten das Beste, aber es kam wie immer“


An der Krise der russisch-ukrainischen Beziehungen war Tschernomyrdin nicht ganz unschuldig. Schon als Premier hatte er mit unfreiwillig komischen Äußerungen („Wir wollten das Beste, aber es kam wie immer“ oder „Prognosen sind besonders schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen“) für Aufsehen gesorgt; als Botschafter in Kiew fehlte seinen Worten oft die nötige Diplomatie.

Bei Russland-Aktuell
• Kiews Bürgermeister klagt Tschernomyrdin sein Leid (20.03.2009)
• Kiew und Moskau streiten über Tschernomyrdin (18.02.2009)
• Krisenwitz: Prognosen schwer, besonders für die Zukunft (16.12.2008)
• Ex-Premier Tschernomyrdin vor dem politischen Aus? (15.12.2008)
• Tschernomyrdin: „Fehler hat es gegeben – viele Fehler“ (08.04.2008)
Die ukrainische Führung charakterisierte er mit wenig schmeichelhaften Vergleichen aus der Tierwelt, dass ihn der damalige ukrainische Außenminister Wladimir Ogrysko sogar einmal ins Ministerium einberief und ihm mit der Ausweisung als persona non grata drohte.

Vor allem bei dem Streit um Gaslieferungen und der Stationierung der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol gelang es Tschernomyrdin nicht, auf eine Einigung zwischen beiden Staaten hinzuwirken. In Moskau kursierten daher seit langem Gerüchte über eine Absetzung Tschernomyrdins. Als wahrscheinlichster Nachfolgekandidat galt Boris Gromow, Gouverneur des Moskauer Gebietes und ehemaliger Afghanistan-General.

Unzufriedenheit in Moskau und neue Gas-Verhandlungen


Bezeichnend für die Unzufriedenheit in Moskau dürfte die Einschätzung Satulins sein, der Tschernomyrdin attestierte, „zu lange auf dem Posten gesessen“ zu haben.

Gerüchten zufolge wird derzeit hinter den Kulissen intensiv um eine neue Regelung im Streit um das ukrainische Pipelinesystem gerungen. Dazu wird u.a. der Besuch von Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Kiew erwartet.

Russland hofft immer noch darauf, an der nötigen Modernisierung des Pipelinesystems beteiligt zu werden. Tschernomyrdin, der als ehemaliger Gazprom-Chef wohl zu offensichtlich einseitige Interessen vertritt, dürfte in dem Verhandlungsprozess eher stören als helfen.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Freitag, 12.06.2009
Zurück zur Hauptseite







(Topfoto: TV)


Mail an die Redaktion schreiben >>>






Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
André Ballin, Moskau

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
St.Petersburg
Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns mehr zeigen!“
Kopf der Woche
Deripaska setzt auf Ex-Stasi-Agent und Putin-Spezi
Kommentar
G-8 u ASEAN: russische-amerikanische Beziehungsprobleme
Moskau
Protest-Lager: Barrikadnaja statt Saubere Teiche
Thema der Woche
Ämtertausch vollendet: Medwedew ist Premierminister
Kaliningrad
AirBerlin nimmt Kaliningrad wieder in Flugplan auf
Der Russland-Aktuell
Nachrichten-Monitor
Montag, 28. Mai
13:47 

Fridman verlässt Chefposten bei Ölkonzern TNK-BP

13:20 

Tatarstan: Innenminister steigt nach Folterskandal auf

10:22 

Orenburg wirft ausländische Studenten aus Wohnheim

08:51 

Opposition beantragt neuen Protestmarsch am 12. Juni

01:03 

Geschichte Russland: Rust landet auf dem Roten Platz

Sonntag, 27. Mai
01:03 

Russland Geschichte: St. Petersburg und Tsuschima

Samstag, 26. Mai
01:03 

Geschichte Russland: Nikolaus II. wird gekrönt

Freitag, 25. Mai
20:02 

CH-Staatsanwälte legen Deripaska-Klagen zu den Akten

18:27 

Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister

18:03 

Baku: Missklänge beim Grand Prix – vorrangig politisch

17:09 

26-facher Mumienmacher muss in psychiatrische Klinik

16:26 

Medwedew will „Einiges Russland“ intern demokratisieren

14:37 

Russische Motorradfahrer im Irak freigelassen

13:28 

Fünf Tote: Familientragödie unter Russen in den USA

12:47 

Schlägerei bei Sprach-Debatte im ukrainischen Parlament

11:09 

Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei

09:27 

Ferien! Heute letzter Schultag für Russlands Schüler

01:03 

Russland Geschichte: Aus finstersten Tiefen

Donnerstag, 24. Mai
18:22 

ESC: udmurtische Äffin sagt Sieg der Babuschki voraus

17:57 

Russland verliert Raketen-Radarstation in Aserbaidschan

17:22 

Trotz Timoschenko: Polen und Ukraine erwarten gute EM

16:14 

Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns zeigen!“

15:04 

Alu-Zar Deripaska verliert Petersburger Großprojekt?

13:58 

Minister verspricht Abschleppdienst per Helikopter

12:42 

Irak: Vier russische Biker sitzen in Militär-Gefängnis

12:13 

Vergewaltigtes Kind im Müllschlucker: 22,5 Jahre Haft

10:53 

Kremlwache kauft Atomschlag-sichere Kinder-Wiegen

09:23 

Demonstrantenführer Udalzow wieder auf freiem Fuß

01:03 

Geschichte Russland: Die „Aurora“ läuft vom Stapel

Mittwoch, 23. Mai
18:23 

Moskauer sollen eigene Speakers Corners bestimmen

17:53 

Ukraine lehnt Behandlung von Häftlingen im Ausland ab

17:13 

Verletzte bei Bruchlandung von Militärflugzeug

16:24 

Vor der EM: Sportjournalist pöbelt über Nationalspieler

15:11 

Tschetschenische Saurier-Eier sind profane Steine

13:51 

Kapitalflucht aus Russland kann auf 100 Mrd. USD steigen

Unseren kompletten
aktuellen News-Uberblick
finden Sie bei
russland-news.RU

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com