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Der Börsengang von Rosneft ist für Juli geplant (Foto: Rosneft)
Der Börsengang von Rosneft ist für Juli geplant (Foto: Rosneft)
Mittwoch, 03.05.2006

Ölkonzern Rosneft startet Reklame für Börsengang

Moskau. Der staatliche Ölkonzern Rosneft will Ende Juli an die Börse gehen. Neben institutionellen Anlegern sollen auch Privatpersonen zum Zug kommen. Im russischen TV startete schon einmal eine Reklameaktion.

Zwar gehört TV-Werbung für die meisten russischen Ölkonzerne schon lange zum Geschäft, doch für Rosneft ist das Schalten von Werbespots eine Neuheit. Bislang hatte der Staatskonzern darauf verzichtet.

Vorbild Telekom: Rosneft will Volksaktie werden


Doch angesichts des bevorstehenden Börsengangs will das Management nun offenbar Aufmerksamkeit bei den Russen erregen. Die Papiere sollen nämlich ähnlich wie 1996 die Telekom-Aktien zur Volksaktie werden. Bleibt zu hoffen, dass die Kursentwicklung von Rosneft für die Aktionäre erfreulicher verläuft als für T-Aktionäre.

Bei Russland-Aktuell
• Russian Economic Forum: Russland massiv in London (22.04.2006)
• Russland bietet viele Chancen für Anleger (1) (02.02.2006)
• Marktwert von Gazprom steigt auf 200 Mrd. USD (13.01.2006)
• Ein Amerikaner für Rosneft (19.12.2005)
• Gref will Rosneft an die Börse bringen (01.12.2005)
Neben der Londoner Börse ist auch eine Platzierung in Moskau vorgesehen. Das Netz der staatlichen Sparkasse „Sberbank“ soll im Vorfeld des IPO schon mal Broschüren unter ihren Klienten verteilen, die die Russen darüber aufklären sollen, was eine Emission ist und wie man die Aktien von „Rosneft“ erwerben kann.

Kapitalisierung von über 50 Mrd. USD


Der Vorstand des Konzerns legte den Preis für eine Aktie auf etwas über 150 Rubel (4,40 Euro) für eine Aktie fest. Insgesamt könne die Kapitalisierung des Konzerns somit über 50 Mrd. USD betragen, rechnet die Internetzeitung newsru vor.

Einige Details bleiben allerdings vorläufig noch im Dunkeln. So herrschen über die Anzahl der an den Markt kommenden Papiere noch rege Spekulationen. Hieß es bislang, dass der Konzern 20 Prozent seiner Anteile an die Börse bringen werde, sollen es nun nur noch zehn Prozent sein.

Hoher Ölpreis senkt Notwendigkeit der Aktienplatzierung


Begründet werden diese Gerüchte mit dem hohen Ölpreis. Der Börsengang soll nämlich die Aufnahme eines Kredits refinanzieren, den der Konzern im vergangenen Jahr aufgenommen hatte, um zehn Prozent der Aktien an Gazprom (Gasprom) zu kaufen.

Doch durch den hohen Rohölpreis konnte der staatliche Ölgigant, der im vorletzten Jahr bei einer umstrittenen Auktion in den Besitz des Yukos-Juwels Juganskneftegas gelangt war, seinen Gewinn deutlich steigern. Im Geschäftsjahr 2005 erzielte Rosneft einen Reingewinn von 3,7 Mrd. USD (2,9 Mrd. Euro). Daher sind deutlich weniger Finanzmittel als angenommen nötig, um die Schulden in Höhe von 10,9 Mrd. USD (8,7 Mrd. Euro) zu tilgen

(ab/.rufo)


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