Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister
Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Neubau in St. Petersburg. Der Immobilienboom sorgt auch an der Newa-Metropole für satte Gewinne der Bauunternehmen (Foto: Deeg/.rufo)
Neubau in St. Petersburg. Der Immobilienboom sorgt auch an der Newa-Metropole für satte Gewinne der Bauunternehmen (Foto: Deeg/.rufo)
Freitag, 25.05.2007

Deripaska kauft in St. Petersburg Bauland en gros

St. Petersburg. Eine Baufirma im Besitz des Oligarchen Oleg Deripaska hat sieben Quadratkilometer Bauland ersteigert. Den Baufirmen Strabag und Hochtief, an denen er seit kurzem beteiligt ist, winken damit Großaufträge.

Bei der jüngsten Auktion ging es um 269 Hektar Bauland am nördlichen Stadtrand von St. Petersburg – verkehrsgünstig gelegen zwischen der Metro-Endstation Parnas, der neuen Ringautobahn und einigen großen Einkaufszentren, die hier in den letzten Jahren aus dem Boden schossen.

Acht russische Baukonzerne bewarben sich um das Baurecht auf dem riesigen Filetstück – und trieben bei der Versteigerung den von der Stadtverwaltung festgelegten Startpreis um mehr als das Zehnfache nach oben. Schließlich erhielt für 7,07 Mrd. Rubel (202 Mio. Euro) der Baukonzern „Glavstroi“ den Zuschlag.

Deripaska kauft sich in Baukonzerne ein



Hoch, höher am höchsten. Wolkenkratzer in St. Petersburg (Foto: Deeg/.rufo)
Hoch, höher am höchsten. Wolkenkratzer in St. Petersburg (Foto: Deeg/.rufo)
Er gehört zur BasEl-Holding von Russlands zweitreichstem Oligarchen, dem Aluminium-König Oleg Deripaska. Sein Vermögen wurde von der Fachzeitschrift "Finans" zuletzt auf 16,4 Mrd. Euro geschätzt. Dies investiert Deripaska in letzter Zeit nicht nur kräftig in die Autoindustrie (als Eigner des russischen Autoherstellers GAZ kaufte er sich Anfang Mai für 1,54 Mrd. Dollar beim kanadischen Zuliefergiganten Magna ein), sondern auch ins internationale Baugeschäft: In den letzten Wochen erwarb Deripaska für 1,2 Mrd. Euro 30 Prozent des österreichischen Baukonzerns Strabag und akkumulierte für geschätzte 600 Mio. Euro auf dem Aktienmarkt zehn Prozent der Anteile des deutschen Baugiganten Hochtief AG.

Beide Baukonzerne sind schon mit diversen Projekten auf dem russischen Markt aktiv, vorrangig im Großraum Moskau, wo das größte deutsche Bauunternehmen unter anderem den Flughafen Scheremetjewo saniert und ein Fußballstadion für „Spartak“ errichtet. Zu den Projekten der Strabag gehört der Neubau des Hotels „Moskwa“ und der Bürokomplex „Sewernaja Baschnja“ im neuen Geschäftsquartal Moskwa-City. Strabag wie Hochtief hatten nach Deripaskas Einstieg signalisiert, dass sie sich dank des neuen Teileigentümers eine deutliche Ausweitung ihrer Aktivitäten in Russland erwarten.

Zwei Milliarden Dollar hin oder her



Bei Russland-Aktuell
• Deripaska kauft sich beim Autozulieferer Magna ein (11.05.2007)
• Deripaska kauft sich bei Baukonzern Strabag ein (26.04.2007)
• Käufer sind rar: Moskauer Immobilienpreise sinken (12.04.2007)
• Moskauer Milliardärin Baturina will Kiew erobern (28.12.2006)
• Ochta-Einwohner üben Aufstand gegen Gazprom-City (24.11.2006)
Dies könnte nun im großen Stil in St. Petersburg geschehen: Glavstroi-Chef Artur Markarjan erklärte nach dem Zuschlag, dass man auf dem Areal bis zu 3 Millionen Quadratmeter Wohnungen mittleren und gehobenen Standards nebst der nötigen Infrastruktur errichten möchte. Das geplante Investitionsvolumen gab er noch recht schwammig mit „drei bis fünf Milliarden Dollar“ an.

Von der Stadtverwaltung war zudem die Bedingung gesetzt worden, dass das „Severnaja Dolina“ (Nördliches Tal“) genannte Baugebiet bis 2010 auf Kosten des Investors erschlossen wird – der anschließend alle Straßen und Leitungen kostenlos der Stadt übergeben muss.

Eine Schlafstadt für 100.000 Menschen



Der Bau einer ganzen Schlafstadt mit circa 40.000 Wohnungen für 100.000 Einwohner ist dabei nicht das einzige ambitiöse Projekt von Deripaskas Konzern in St. Petersburg: Drei Monate vorher hatte Glavstroi bereits das Baurecht auf 437 Hektar im Stadtteil Konnaja Lachta im Nordwesten Petersburgs ersteigert. Auch hier sprach das Unternehmen anschließend von einem Bauvolumen im Umfang von etwa 2 Mrd. Dollar. Die Wohnbebauung dort dürfte wegen der vergleichsweise deutlich schlechteren Verkehrsanbindungen und Bodenverhältnisse weniger dicht ausfallen.

Stadt und Staat werden kräftig mitfördern



Deripaskas im Aufbau begriffene internationale Bauholding und ihre Partner haben damit allein in St. Petersburg die Möglichkeit, auf sieben Quadratkilometer Fläche für bis zu 5 Mrd. Euro Siedlungsprojekte zu verwirklichen.

Stadt und Staat werden ihnen dabei noch unter die Arme greifen: Zum Erhalt des Status eines „strategischen Investors“ und der damit verbundenen städtischen Steuererleichterungen muss ein Unternehmen nur 75 Millionen Euro in Petersburg investieren. Und die russische Regierung verkündete just Anfang Mai, dass sie im Rahmen eines Programms zur Wohnungsbau-Förderung für private Großprojekte mit mehr als 1 Million Quadratmeter Wohnfläche Kreditgarantien und Subventionen zur Verfügung stellen wird.

(ld/.rufo)


Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Freitag, 25.05.2007
Zurück zur Hauptseite








Containerumschlag im Hafen von St. Petersburg: Auf diese Weise importiert Russland vor allem - exportiert werden vorrangig Rohstoffe wie Öl, Gas, Metall und Holz.(Topfoto:Deeg/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>






Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Der Russland-Aktuell
und RIA Nowosti
Wirtschaft-Monitor

28.05.2012Norwegisches Unternehmen Kvaerner will Vertretung in Russland eröffnen
28.05.2012Fridman verlässt Chefposten bei Ölkonzern TNK-BP
27.05.2012Hague reist nach Moskau: Syrien und Iran sowie bilaterale Beziehungen im Mittelpunkt
26.05.2012Experte: Daimler wird Anteil an Kamaz bis Jahresende kaum aufstocken
25.05.2012Gazprom will Gaspipeline South Stream nicht nach Österreich bauen (Zusammenfassung)

Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
André Ballin, Moskau

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
St.Petersburg
Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns mehr zeigen!“
Kopf der Woche
Deripaska setzt auf Ex-Stasi-Agent und Putin-Spezi
Kommentar
G-8 u ASEAN: russische-amerikanische Beziehungsprobleme
Moskau
Protest-Lager: Barrikadnaja statt Saubere Teiche
Thema der Woche
Ämtertausch vollendet: Medwedew ist Premierminister
Kaliningrad
AirBerlin nimmt Kaliningrad wieder in Flugplan auf

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com