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| Die Eisenbahnen der baltischen Länder transportieren vor allem Transitgüter von und nach Russland (Foto: Mische/.rufo) | |
Montag, 24.04.2006
Estland will Eisenbahn erneut verstaatlichen
Moskau. Die estnische Regierung will die Eisenbahngesellschaft des Landes, Eesti Raudtee (ER), wieder verstaatlichen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die Bahn an eine Investorengruppe aus Russland fällt.
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Estlands Wirtschaftsminister Edgar Savisaar hatte dem Unternehmen „Baltic Rail Services (BRS)“, dem 66 Prozent der Aktien des estnischen Eisenbahnnetzes gehören, in der vergangenen Woche vorgeworfen, seine Verpflichtungen gegenüber dem Staat nicht einzuhalten. Das Kabinett der Baltenrepublik solle daher eine Renationalisierung der Bahn beschließen.
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Gefahr für die nationalen Interessen
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BRS hatte zu Jahresbeginn angekündigt, seine Aktien an der estnischen Bahn weiterverkaufen zu wollen. Als mögliche Käufer waren die Deutsche Bahn AG und die Finnische Bahn im Gespräch. Überraschend hatte aber auch die russische Unternehmensgruppe „Industrial Investors“ um den ehemaligen Energieminister Sergej Generalow ihr Interesse angekündigt.
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Einem Bericht der estnischen Staatssicherheit zufolge würde ein Verkauf der Bahn an ein russisches Unternehmen jedoch „eine Bedrohung für die nationalen Interessen“ des Landes darstellen. Die Politik der Regierung „erinnert an das Verhalten Russlands gegenüber den Aktionären von Yukos und wird sich äußerst negativ auf das Investitionsklima im Land auswirken“, zitierte die Moskauer Zeitung „Kommersant“ dagegen aus einer Erklärung von BRS.
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Die estnische Bahn beförderte im vergangenen Jahr über 44 Millionen Tonnen verschiedener Güter. Bei über 90 Prozent des Transportaufkommens handelte es sich um Transitverkehr zwischen den estnischen Ostseehäfen und Russland.
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(kp/.rufo)
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