Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister
Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Das Ukok-Hochland im Altai - Bauplatz für eine Gaspipeline? (foto: Michailow/natur-russland.de)
Das Ukok-Hochland im Altai - Bauplatz für eine Gaspipeline? (foto: Michailow/natur-russland.de)
Freitag, 24.03.2006

Gazprom will Trasse durch Naturschutzgebiet legen

Moskau. Der russische Erdgasmonopolist will eine Gas-Pipeline nach China bauen. Die Route führt durch ein Naturreservat im Altai. Dem Ölkonzern Yukos wurde vor drei Jahren ein ähnlicher Leitungsbau verboten.


Bis zu 80 Mrd. Kubikmeter Gas will Russland ab 2011 jährlich nach China liefern. Über zwei Pipelines soll der Rohstoff aus Ost- und Westsibirien ins Reich der Mitte gepumpt werden.

Der Bau der Trassen kostet umgerechnet etwa 10 Mrd. USD. Die geplante Gasleitung „Altai“ stößt dabei jedoch auf massiven Widerstand von Umweltschützern, denn sie führt quer durch ein Reservat, das auf der Naturerbeliste der UNESCO steht.

Ukok – Heimat seltener Fauna und heilige Stätte


Bei Russland-Aktuell
• Russland wird für China zum Energie-Hoflieferanten (22.03.2006)
• Putin unterschreibt 29 Wirtschaftsabkommen mit China (21.03.2006)
• Proteste gegen Pipelinebau am Baikal-Ufer (21.03.2006)
• Reiseziel Baikalsee - ausführliche Beschreibung!
• Reiseziel Altai-Gebirge
Auf dem Hochplateau „Ukok“ im Altai an der Grenze Russlands zu China, der Mongolei und Kasachstan sind seltene Tier- und Pflanzenarten, wie z.B. der Schneeleopard, beheimatet. Archäologen haben über 300 Funde aus der menschlichen Frühzeit hier entdeckt. Für die Bewohner Altais gilt das Reservat als heilige Stätte.

Doch die Route wurde bereits von höchster Stelle gutgeheißen. Bei seiner Visite in China präsentierte Russlands Präsident Wladimir Putin genau diese Strecke.

Zwar ist laut Gesetz der Bau von Pipelines durch Naturschutzgebiete untersagt, doch der Status von „Ukok“ könne notfalls geändert werden, machte ein Vertreter des Bodenschatzministeriums bereits deutlich.

Umweltexpertisen fallen mit politischen Entscheidungen zusammen


Beispiele dafür gibt es bereits: So wurde der staatlichen Ölgesellschaft „Transneft“ der Bau einer Pipeline 800 Meter vom Ufer des Baikalsees entfernt gestattet. Eine staatliche Kommission, die den Bau aus Umweltschutzbedenken abgelehnt hatte, wurde aufgelöst und neu besetzt. Die zweite Kommission hatte dann bei ihrer Expertise keine Bedenken mehr.

Dem Ölkonzern Yukos hingegen verboten die Behörden den Bau einer Pipeline nach China. Auch hier hätte die Leitung ein Naturschutzgebiet unweit des Baikalsees durchquert. Dies sei eine unannehmbare Belastung für die Umwelt, hatten die Umweltexperten des Ministeriums damals geschlossen.

Die UNESCO wies die russische Führung unterdessen darauf hin, dass der Baikalsee seinen internationalen Status als „Naturerbe der Menschheit“ verlieren könnte, wenn das größte Trinkwasserreservoir der Erde durch den Pipeline-Bau beeinträchtigt oder an Wert verlieren würde.

(-ab/.rufo)


Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Freitag, 24.03.2006
Zurück zur Hauptseite








Containerumschlag im Hafen von St. Petersburg: Auf diese Weise importiert Russland vor allem - exportiert werden vorrangig Rohstoffe wie Öl, Gas, Metall und Holz.(Topfoto:Deeg/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>






Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Der Russland-Aktuell
und RIA Nowosti
Wirtschaft-Monitor

28.05.2012Norwegisches Unternehmen Kvaerner will Vertretung in Russland eröffnen
28.05.2012Fridman verlässt Chefposten bei Ölkonzern TNK-BP
27.05.2012Hague reist nach Moskau: Syrien und Iran sowie bilaterale Beziehungen im Mittelpunkt
26.05.2012Experte: Daimler wird Anteil an Kamaz bis Jahresende kaum aufstocken
25.05.2012Gazprom will Gaspipeline South Stream nicht nach Österreich bauen (Zusammenfassung)

Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
André Ballin, Moskau

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
St.Petersburg
Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns mehr zeigen!“
Kopf der Woche
Deripaska setzt auf Ex-Stasi-Agent und Putin-Spezi
Kommentar
G-8 u ASEAN: russische-amerikanische Beziehungsprobleme
Moskau
Protest-Lager: Barrikadnaja statt Saubere Teiche
Thema der Woche
Ämtertausch vollendet: Medwedew ist Premierminister
Kaliningrad
AirBerlin nimmt Kaliningrad wieder in Flugplan auf

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com