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Für Gazprom-Aktionäre scheint derzeit die Sonne (Foto: Ballin/.rufo)
Für Gazprom-Aktionäre scheint derzeit die Sonne (Foto: Ballin/.rufo)
Freitag, 13.01.2006

Marktwert von Gazprom steigt auf 200 Mrd. USD

Moskau. Die Liberalisierung der Gazprom-Aktien hat zu einem wahren Kursfeuerwerk geführt. Der Gasmonopolist erreichte eine Marktkapitalisierung von über 200 Mrd. USD. Der russische Aktienindex klettert auf Rekordhöhen.


Der russische Aktienindex RTS stieg auf den Rekordwert von 1.250 Punkten. Die Gazprom-Aktien kletterten am Donnerstag um acht Prozent. Der Handel mit den Papieren war sehr rege. Der Umsatz lag bei fast 900 Mio. USD (750 Mio. Euro). Seit Jahresanfang stiegen die Papiere gar um über 20 Prozent. Am Ende des gestrigen Handelstages lag die Marktkapitalisierung von Gazprom bei über 200 Mrd. USD (170 Mrd. Euro).

Verdreifachung des Preises seit Sommer


Das ist im Vergleich zum Sommer eine Verdreifachung. Ganz wesentlich zu diesem Preissprung beigetragen hat die Liberalisierung des Handels mit den Papieren. Präsident Putin unterschrieb Ende Dezember ein Dekret, das es Gazprom erlaubt, ab Jahresmitte bis zu 40 Prozent seiner Aktien an westlichen Börsen zu handeln.

Westliche Investoren sind stark an russischen Rohstoffaktien interessiert. Die Börsengänge bzw. Zusatzemissionen von Rosneft und Gazprom werden an den westlichen Börsen mit Spannung erwartet.

Gaskrieg mit Ukraine trug zu Preissprung bei


Bei Russland-Aktuell
• Gazprom-Tochter zieht nach Petersburg (12.01.2006)
• Russland und Ukraine beenden Gaskrieg (04.01.2006)
• Ergebnis des Gaskonfliktes: Russland auf neuer Linie (04.01.2006)
• Geteiltes Echo auf Kompromiss im Gasstreit (05.01.2006)
• Deutsche Bank übernimmt Investmentfond UFG (06.12.2005)
Ebenfalls beeinflusst haben dürfte die Hausse der Gazprom-Aktie die Einigung über Gaslieferungen in die Ukraine. Die Konditionen sind für Gazprom sehr positiv, muss die Ukraine doch für russisches Gas 230 USD pro 1.000 Kubikmeter bezahlen.

Turkmenisches Gas soll ebenfalls teurer werden


Am Freitag erreichte Kiew eine weitere Schreckensnachricht. Nun soll sich auch das turkmenische Gas, das die Ukraine über Gazprom bezieht, verteuern. Der turkmenische Diktator Nijasow („Turkmenbaschi“) forderte im Nachhinein eine Anhebung des Gaspreises von 65 USD auf 85 USD.

Da ist es ein schwacher Trost, dass der russische Vize-Premier und Gazprom-Aufsichtsratsvorsitzende Dmitri Medwedjew dem ukrainischen Rohstoffkonzern „Naftogas Ukrainy“ anbot, Anteile am Unternehmen „RosUkrEnergo“ zu kaufen. „RosUkrEnergo“ ist für die Gaslieferungen an die Ukraine zuständig.

Das Drängen der Opposition in Kiew nach einer Kündigung des Vertrags mit Gazprom kann den russischen Monopolisten nicht ernsthaft beunruhigen. Die Ukraine ist von Gaslieferungen aus Russland abhängig.

(-ab/.rufo)


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