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Ein Plage macht demnächst einen großen Bogen um die Kulturhauptstadt - Container-LKWs (Foto: Deeg/.rufo)
Ein Plage macht demnächst einen großen Bogen um die Kulturhauptstadt - Container-LKWs (Foto: Deeg/.rufo)
Montag, 28.11.2005

Startschuss zum Baubeginn der Stadtautobahn

St. Petersburg. Das erste Teilstück der Stadtautobahn, die Petersburg von Westen her umgehen soll, ist in Arbeit. Die 3,2 Kilometer lange Trasse wird den notorischen Container-Staus im Hafen ein Ende setzen.

Der Bau der Stadtautobahn (im Beamten-Russisch als „Westlicher Schnelldurchmesser“ bezeichnet) beginnt genau an der richtigen Stelle. Anders als bei der Ringautobahn, deren erstes Teilstück in einem kaum genutzten Abschnitt entstand, geht es jetzt gleich einer der größten Problemecken der Stadt an den Kragen.

Aufatmen für den Container-Verkehr

An dieser Stelle im Südwesten von St. Petersburg stauen sich Tag für Tag und Nacht für Nacht die Laster, die im Hafen Container an- und abliefern. Erst kürzlich feierte der Petersburger Hafen seinen millionsten Container, die Branche boomt, und eine vernünftige Anbindung an die Fernstraße nach Moskau ist längst überfällig.

Bei Russland-Aktuell
• Stahlmagnat übernimmt Petersburger Seehafen (11.11.05)
• Eine Autobahn quer durch die Newa-Mündung (22.08.05)
• Stadt gibt grünes Licht für Fährhafen (22.06.05)
Dieser erste Abschnitt der Stadtautobahn – 3,2 Kilometer lang, 11,7 Milliarden Rubel (ca. 346 Millionen Euro) teuer – soll bereits 2008 fertig sein. Alles Weitere ist bisher im Planungsstadium. Zwar sprach Gouverneurin Valentina Matwijenko bei einem kürzlichen Besuch an der Baustelle von der Fertigstellung des Mittel- und Nordabschnitts im Jahre 2010, aber das scheint bei näherem Hinsehen eher Utopie zu sein.

Tunnel oder Brücke?

So ist bis heute nicht entschieden, ob die Große Newa mit einem Tunnel oder einer gigantischen Brücke überwunden werden soll. Weiterhin ist die Trassenführung über die Wassili-Insel, wo zurzeit ein ebenso ambitiöses Projekt zur Landgewinnung im Westen in Angriff genommen wird, völlig unklar.

Im Norden soll der „Schnelldurchmesser“ Anschluss an die Ringautobahn haben und schließlich in die Ferntrasse „Skandinavien“ münden. Damit würde St. Petersburg zum ersten Mal in seiner Geschichte eine vollwertige Stadtautobahn bekommen. Die Innenstadt würde dadurch erheblich vom Lastwagenverkehr befreit werden.

Private Investoren gesucht

Die Gesamtkosten für das Mammutprojekt belaufen sich auf über 57 Milliarden Rubel (zwei Milliarden US-Dollar). Zur Hälfte soll die Finanzierung aus dem Staatshaushalt kommen (38 Prozent föderale Mittel, zwölf Prozent aus dem Stadtsäckel). Für die andere Hälfte werden private Investoren gesucht.

Ohne konkrete Namen zu nennen, wird im Smolny bereits von französischen und spanischen Interessenten gesprochen. Nach Fertigstellung der Trasse soll der Investor das Recht bekommen, die Straße zu bewirtschaften. Dies bedeutet höchstwahrscheinlich eine Maut, deren Höhe voraussichtlich 30 Rubel für PKW und 80 Rubel für LKW ausmachen wird.

(-sb/rufo)


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