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| Die Gasleitungen in Eurasien schlagen zunehmend Haken auf ihren Wegen zu den Abnehmern. (foto: tv/rufo) | |
Dienstag, 04.04.2006
Turkmenistan schwenkt um: Erdgas nun auch an China
St. Petersburg. Der turkmenische Staatschef Saparmurat Nijassow hat während eines Staatsbesuchs in China eine Vereinbarung über Erdgaslieferungen in den nächsten 30 Jahren an das Reich der Mitte abgeschlossen.
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Für die Lieferungen muss allerdings erst eine neue Pipeline gebaut werden. China sagt in der Übereinkunft zu, ab 2009 für 30 Jahre jährlich 30 Milliarden Kubikmeter Gas in Turkmenistan zu kaufen. Die Lieferungen sollen beginnen, sobald eine entsprechende Gasleitung zur Verfügung steht. Abgerechnet werde soll zu am Weltmarkt orientierten Preisen in US-Dollar.
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Chinesen sollen Erdgas auch fördern
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Bis zum Jahresende wollen sich beide Länder über alle Details des Gasgeschäftes verständigen. Vorgesehen ist auch, dass China sich auch an der Suche und Erschließung von Gasvorkommen in dem von „Turkmenbaschi“ Nijassow ebenso feudal wie diktatorisch regierten mittelasiatischen Wüstenstaat beteiligt.
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China sagte seinerseits zu, mit den Regierungen der Transitländer über die Bedingungen von Verlegung und Betrieb der Piepeline zu verhandeln. Dabei dürfte es sich in jedem Fall um Usbekistan sowie um eines der drei Länder Tadschikistan, Kirgisistan oder Kasachstan handeln.
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China bemüht sich um Pipelines aus dem asiatischen Norden
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Auch Russland hatte erst vor zwei Wochen zukünftige Gaslieferungen im Umfang von 60 bis 80 Milliarden Kubikmeter jährlich über zwei noch zu bauende Rohrleitungen nach China zugesagt.
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Turkmenistan hat sich seinerseits schon 2003 zu Gaslieferungen in Höhe von 60 Mrd. Kubikmeter (bzw. 80 Mrd. ab 2009) an Russland verpflichtet, das wiederum einen Teil davon an die Ukraine und weitere westliche Abnehmer weiterverkauft. Wie die Zeitung „Wremja Nowostej“ unter Berufung auf Branchenkenner schreibt, ist jedoch zu bezweifeln, ob das Land alle diese Absprachen erfüllen kann, zumal es auch noch gewisse Lieferverpflichtungen gegenüber seinem Nachbarn Iran hat.
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Turkmenistan emanzipiert sich von Russland im „Big Game“
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Allerdings machte der turkmenische Diktator in Peking nichts anderes als Putin am gleichen Ort kurz zuvor: Er diversifiziert seine Abnehmer-Geographie, um in Zukunft das energiehungrige China mit den bisherigen Hauptkunden in Russland respektive Europa in einen Wettbewerb um die einträglicheren Abnahmebedingungen stellen zu können.
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Oder, andersherum betrachtet: Wenn – wie gegenwärtig in EU-Europa heftig diskutiert – auf einem Absatzmarkt die Bemühungen um eine Loslösung von energetischen Abhängigkeiten aus einer bestimmten Förderregion zu rückläufigen Geschäften führen sollten, stünde ein zweiter Kunde bereit, der alle freiwerdenden Kapazitäten wohl gerne abnimmt.
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Für den Turkmenbaschi dürfte als angenehmer Begleitfaktor noch hinzukommen: Aus der Einparteien-Volksrepublik wird er wohl niemals irgendwelche Vorwürfe über seinen despotistischen Führungsstil zu hören bekommen. (ld/.rufo)
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