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| Wohin gehts? Nach Europa oder in die Ukraine? (Foto: TV) | |
Donnerstag, 26.01.2006
Ukraine zweigt sich erneut Transitgas für Europa ab
Moskau. Zwischen Russland und der Ukraine entwickelt sich ein neuer Gas-Konflikt. Bereits jetzt hat die Ukraine soviel Gas entnommen, wie ihr für den gesamten Januar zusteht. In Europa kommt daher weniger Gas an.
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Bereits jetzt habe die Ukraine die ihr für Januar zustehende Quote beim Gasverbrauch erreicht, gab der Chef des ukrainischen Gasmonopolisten „Naftogas“, Alexander Iwtschenko, am Mittwochabend zu. Die Überschreitung der Normen wird in Kiew mit der extremen Kälte im Land begründet.
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Frost in ganz Europa
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Tatsächlich herrschen in der ukrainischen Hauptstadt derzeit minus 18 Grad. Allerdings ist es auch in Warschau (-16) oder Budapest (-13) nicht viel wärmer. Durch das zusätzliche Abzweigen von Gas in der Ukraine fließt jedoch weniger als das vereinbarte Minimum des Rohstoffs nach Europa.
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Gazprom-Chef Alexej Miller, der in Russland ebenfalls mit Rekordkälte zu kämpfen hat, zeigte daher wenig Verständnis für das Abzapfen: „Trotz der keineswegs einfachen Situation im Land (wegen der außergewöhnlichen Kälte) haben wir täglich die Gaszufuhr an der Grenze zwischen Russland und der Ukraine erhöht. Die Gaslieferung nach Europa wird immer unvollständiger, auch das Ablagern, das heißt das Abzapfen - es gibt auch schärfere Worte für derartige Handlungen - von Gas in der Ukraine nimmt immer mehr zu“, kritisierte Miller.
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Entnahme erfolgte ohne russisches Einverständnis
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Damit widersprach er Äußerungen aus Kiew, wonach die Entnahme von Transitgas im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt sei. Schon Anfang des Jahres hatte ein hoher Gazprom-Beamter dem Nachbarland offen Gasdiebstahl vorgeworfen.
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Auch Russlands Industrie- und Energieminister Viktor Christenko rief die politische Führung des Nachbarlandes zur Ordnung auf. Die Zusatzlieferungen würden in Rechnung gestellt, versprach er.
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Russland stellt Gas nicht ab, Ukraine muss mehr zahlen
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Trotz der erneuten Eiszeit in den bilateralen Beziehungen wird Russland der Ukraine das Gas diesmal nicht abstellen. Im Gegenteil, um die Liefer-Verpflichtungen gegenüber Europa einzuhalten, sei er gezwungen, die Gaszufuhr noch zu erhöhen, machte Miller seinem Unmut Luft.
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Doch die unfreiwilligen Zusatzlieferungen an die Ukraine kommen auch den Empfänger teuer zu stehen. Natürlich sei das Land gezwungen, für das zusätzlich entnommene Gas einen höheren Preis zu bezahlen, erläuterte Alexander Iwtschenko. „Wenn wir die Norm überschreiten, dann errechnet sich die Preisformel für das zusätzliche Gas anders als vereinbart“, sagte der Naftogas-Chef.
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(ab/.rufo)
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