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Klarer Versicherungsfall. Doch wer schützt die Versicherer vor einem harten Aufprall? (Foto: Archiv/.rufo)
Klarer Versicherungsfall. Doch wer schützt die Versicherer vor einem harten Aufprall? (Foto: Archiv/.rufo)
Montag, 13.10.2008

Versicherungsbranche in Russland droht der Crash

Moskau. Auf dem russischen Versicherungsmarkt droht ein harter Überlebenskampf. Etwa die Hälfte der Unternehmen dürfte auf der Strecke bleiben, vermuten Branchenkenner. Massenentlassungen sind die Folge.

Michail Retschiza hat in diesen Tagen mehr Zeit als gewöhnlich. „Derzeit kaufen die Menschen nur noch halb so viele Neuwagen wie früher, dementsprechend weniger Verträge schließe ich ab“, sagt der Autoversicherer Russland-Aktuell.

Gewinne brechen bis zu 50 Prozent ein


Retschiza ist kein Einzelfall. Die gesamte Branche bereitet sich auf die Krise vor. Ilja Lomakin-Rumjanzew, der Leiter der föderalen Aufsichtsbehörde für den Versicherungsmarkt, warnt vor einem Gewinneinbruch von bis zu 50 Prozent im nächsten Jahr. Es sei nicht an der Zeit, „von neuen Horizonten zu reden, sondern über zwei – drei Jahre Überleben unter äußerst harten Bedingungen“, sagte er.

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• Ergo Russ: Wachstum und keine Krisensymptome (17.09.2008)
• Deripaska verliert seinen Anteil bei Hochtief (10.10.2008)
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• Umfrage: Russische Banken für Geldeinlagen sicher? (07.10.2008)
• Russische Patienten sanieren deutsche Krankenhäuser (16.07.2008)
Nach Angaben seiner Behörde gibt es rund 840 Versicherer in Russland. Im ersten Halbjahr 2008 konnten diese mehr als 13 Mrd. Euro Einnahmen verbuchen. Die Auszahlungen liegen bei knapp 8 Mrd. Euro. Mit den dazu kommenden Personalausgaben und den fälligen Kommissionen an Banken ist die Gewinnmarge der meisten Unternehmen relativ niedrig. Rote Zahlen schreiben insbesondere Krankenversicherer.

Bankenkrise bedroht Verkauf der Versicherer


Durch die Krise auf dem Bankensektor drohen weitere Probleme. Bankenpleiten bedrohen in erster Linie die Verkaufskanäle der Versicherer. „In den nächsten zwei Jahren kann sich die Zahl der player um 40 – 50 Prozent verringern, Tausende werden entlassen“, glaubt Alexander Grigorjew, der General-Direktor der Versicherungsgesellschaft Ingosstrakh, die zum angeschlagenen Firmenimperium des laut Forbes reichsten Mannes Russlands, Oleg Deripaska, gehört.

Düstere Aussichten und ein Lichtblick


Vor allem für Lebens- und Unfallversicherer sehen Experten schwere Zeiten. Hier droht im schlimmsten Fall ein Abschwung im zweistelligen Prozentbereich.

Für Autoversicherer sehen hingegen selbst Pessimisten ein Wachstum von etwa 10 Prozent im nächsten Jahr voraus. Auch Retschiza macht sich deswegen noch keine großen Sorgen. „Die Krise wird maximal ein halbes Jahr dauern, dann geht es wieder aufwärts. Autos werden die Menschen immer brauchen“, sagt er.


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