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| Wolfgang Schäuble will nach Washington auch Moskau besuchen (Foto: www.menschen-in-europa.de) | |
Freitag, 29.07.2005
Wahlkampf: Schäuble bei Putin, Kohl bei Jelzin
Gisbert Mrozek, Moskau. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende wird den Kreml besuchen. Nach dem Besuch bei George Bush ist das für die Symmetrie nötig. Kandidatin Merkel wird in Moskau nicht erwartet.
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So wie Kanzlerkandidatin Angela Merkel die Nähe zu George W.Bush mied, weil sie wahlkampfschädlich ist, so passt ihr wohl erst recht auch eine Audienz bei Wladimir Putin nicht, den die CDU-Politikerin doch als Konstrukteur eines neuen Systems kritisiert, das undemokratisch und menschenverachtend ist. Aber den politischen Realitäten kann die Opposition auch nicht entkommen.
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Helmut Kohl und Boris Jelzin einträchtig im Urlaub am Baikalsee – das belegt das bereits deutlich.
Angela Merkel weiß, dass sie diese Kritik früher oder später mindestens so weit zurückstecken muss, wie Helmut Kohl seinerzeit höchst nötige Kritik an Boris Jelzin. War es doch Helmut Kohl, der Jelzin in Baden Baden den Deutschen Medienpreis 1996 überreichte.
Dies war eine Gratifikation für die gnadenlose Instrumentalisierung der russischen Medien bei den Präsidentschaftswahlen 1996.
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Statt Jelzin zu kritisieren, lobte Kohl ihn ...
Jelzin hatte von Wahlkampfmanager Anatoli Tschubais erstmals einen erfolgreichen Medienwahlkampf nach westlichen Muster führen lassen, dafür aber die russischen Medien in ihren Sündenfall getrieben.
... für das, was Putin jetzt angekreidet wird
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Seit dem Dumawahlkampf 1995 und besonders im Präsidentenwahlkampf 1996 wurden die russischen Medien mit Haut und Haaren von Kreml und Oligarchen gekauft. Organisator des Erfolges war u.a. Gleb Pawlowski, der heutige Medienberater des Kremls.
Kohl kümmerte es bei der Medienpreisverleihung auch nicht, dass vor den Toren ein kleines Trüppchen der Gesellschaft für bedrohte Völker gegen Jelzins Völkermord an den Tschetschenen demonstrierte. Hatte doch Jelzin den ersten Tschetschenienkrieg begonnen – mit dem die Voraussetzungen für den zweiten gelegt wurden, den Putin jetzt auslöffelt.
Wolfgang Schäuble will, dass Wladimir Putin ihm bescheinigt, dass der Kreml auch mit einer schwarzen Kanzlerin kooperieren wird. Die Bescheinigung wird er in Form eines 45-Minuten-Empfangs wohl bekommen. Glaubwürdiger wird die Oppositionskritik an Putin, Schröder und Fischer dadurch wahrhaftig nicht.
(gim/.rufo)
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