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Die Deutschen wollen den Russen zeigen, dass sie auch etwas von Tanz und Ballett verstehen (Foto: PR)
Die Deutschen wollen den Russen zeigen, dass sie auch etwas von Tanz und Ballett verstehen (Foto: PR)
Mittwoch, 19.03.2008

Deutsches zeitgenössisches Tanzfestival in Moskau

Moskau. Ein Festival will die Russen mit der deutschen Tanzszene bekannt machen: Ab Ende März werden in der Hauptstadt einen Monat lang zeitgenössische Produktionen aus verschiedenen deutschen Städten aufgeführt.

Bei Russland-Aktuell
• Emma de Sigaldi - die tanzende Bildhauerin (17.05.2007)
• Tangomania: Tanzboom im russischen Buenos Aires (24.04.2007)
• Goethe-Institut Moskau: Beuys und die soziale Plastik (27.11.2007)
• Goethe-Institut: Menschenrechte sind strittiges Thema (16.10.2007)
• Goethe-Institut: Kultur wirkt auch, wenn’s brenzlig wird (09.10.2007)
Das Opfer wird von drei Männern gleichzeitig angegriffen. Unter den Schlägen und Tritten windet es sich am Boden - das Ganze läuft wie in Zeitlupe. Es sprizt kein Blut, denn die vermeintlichen Schläge sind Teil der deutschen Tanzproduktion „D’avant“. Geschmeidig bewegen sich die Tänzer auf einer nur minimalistisch ausgestatteten Bühne. Was die Organisatoren des Festivals für zeitgenössische deutsche Choreografie in Moskau auf einer Pressekonferenz in kurzen Filmausschnitten zeigen, macht Lust auf mehr.

Ein Querschnitt durch Deutschlands Tanzszene


Das Festival startet am 27. März mit einer Fotoausstellung und dauert bis zum 24. April. Einen Monat lang zeigen verschiedene deutsche Ensembles in Russland in loser Folge ihr Können: Klassisches und Avantgardistisches aus Berlin, Hamburg oder Düsseldorf.

„Wir wollen den Moskauern einen Querschnitt durch das deutsche Tanzschaffen zeigen und haben deshalb die Schirmherrschaft für das Festival übernommen“, sagte Guido Hildner, der Leiter der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft. Er betonte dabei die große Vielfalt der deutschen Tanzszene: Talente aus der ganzen Welt kämen nach Deutschland, wodurch das Land zu einer Drehscheibe des internationalen Tanzgeschehens werde.

Deutsche Kultur-Botschafter in Moskau: Guido Hildner  (li.) und Johannes Ebert (Foto: ldc/.rufo)
Deutsche Kultur-Botschafter in Moskau: Guido Hildner (li.) und Johannes Ebert (Foto: ldc/.rufo)

Besseres Verständnis für künftige Zusammenarbeit


Das Festival möglich gemacht hat die Zusammenarbeit des Goethe-Institutes mit dem Moskauer „Stanislawsky- und Nemirowitsch-Dantschenko-Musik-Theater“. Der Leiter des Goethe-Institutes Moskau, Johannes Ebert, hofft denn auch, dass aus einem besserem Verständnis zwischen Deutschen und Russen künftig auch mehr gemeinsame Ideen entstehen. „Es war uns ein wichtiges Anliegen, dass neben den Aufführungen Informationen zur deutschen Tanz-Szene in Russland verbreitet werden. Deshalb sind auch Ausstellungen, Seminare und Workshops eingeplant.“

Finanzielle Unterstützung erhält das Festival vom deutschen Beratungsunternehmen „Roland Berger“, das sich schon seit Jahren in Osteuropa für die Förderung von Kultur und Bildung einsetzt.

Die Moskauer Veranstaltung ist das erste Großprojekt in dieser Richtung. Weitere, wie das Theaterfestival „Substanz“ in Nowosibirsk, sind bereits angekündigt.
„Es ist eine Verpflichtung der internationalen Kulturinstitutionen, dass nicht immer nur Petersburg und Moskau, sondern auch die Regionen berücksichtigt werden“, so Ebert.

(ldc/.rufo/Moskau)


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