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Montag, 21.10.2002
Gasprom-Media: Verkauf im Stück für 500 Mio?
Moskau (rUFO/kp). Das Medienimperium des weltgrößten Gaskonzerns Gasprom soll jetzt offenbar in einem Stück verkauft werden. Für das Gesamtpaket hofft der Gasriese Presseberichten zufolge auf einen Erlös von 500 Millionen Dollar. Zur Gasprom-Medienholding gehören außer dem von Wladimir Gussinskij übernommenen Fernsehsender NTW, dem Pay-TV und dem Verlag „Sem Dnej“ auch die beiden Tageszeitungen „Trud“ und „Tribuna“ sowie das Moskauer Kino „Oktjabr“.
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Die deutsche Investment-Bank Dresdner Kleinwort Wasserstein war damit beauftragt worden, den Wert aller Gasprom-Medienaktiva zu schätzen. Die Ergebnisse der Buchprüfer gelten als streng vetraulich. Namentlich nicht genannte Informanten berichteten der Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ jedoch, die deutschen Wirtschaftsprüfer seien in etwa zu dem selben Ergebnis gekommen, wie der damalige Gasprom-Media-Chef Alfred Koch im vergangenen Jahr. Das Gasprom-Medienreich habe demnach einen Wert von 300 Millionen Dollar zuzüglich von 200 Millionen Dollar Verbindlichkeiten der Medienholding gegenüber dem Gasprom-Mutterkonzern.
Für die Gasprom-Medienaktien interessieren sich nach Angaben von „Wedomosti“ mindestens fünf potentielle Käufer. Darunter auch der gegenwärtige Direktor der Gasprom Media Holding Boris Jordan selbst. Zwischenzeitlich wurden auch immer wieder bekannte ausländische Medienmagnaten wie Leo Kirch, Rupert Murdoch oder gar Silvio Berlusconi als mögliche Käufer gehandelt. Offiziell wurde bislang kein einziger Namen genannt. Die Verhandlungen finden allesamt unter konspirativen Umständen statt.
Im übrigen scheint dem Gasriesen entgegen anderslautender Erklärungen gar nicht sonderlich wichtig zu sein, den Wert seiner Medienriesen zu steigern. Zwar geht Gasprom nicht ganz so selbstzerstörerisch vor, wie der Ölkonzern Lukoil, dessen 15-prozentige Beteiligung an dem Beresowskij-Sender TV-6 nach dessen Liquidierung zu Asche verbrannt sind. Aber auch die Gasprom-Medien haben unter der Vernichtung der Most-Medienholding des Magnaten Wladimir Gussinskij gelitten. Letztes Beispiel ist der Radiosender „Echo Moskaus“, dessen Marktwert in die Tiefe gehen dürfte, sobald Gasprom die besten Journalisten aus dem Sender getrieben haben wird.
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