Ernst Raue (li),Vorstandsmitglied der Deutsche Messe AG, und Dr. Matthias Weber (re),Bereichsleiter IT Services bei BITKOM bei der heutigen Pressekonferenz. (Foto:ab/.rufo)
Dienstag, 30.01.2007
Russland als Partner mit Großaufgebot zur CeBIT
Moskau. Russland wird sein Engagement auf der CeBIT gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln. Mit über 150 Ausstellern nimmt das diesjährige Partnerland der CeBIT den 4. Platz in der Nationenwertung ein.
Walentin Makarow von der russischen Software-Vereinigung Russoft verbindet mit der Teilnahme russischer Firmen an der CeBIT ganz praktische Überlegungen. „Wir wollen unsere Produkte auf den deutschen Markt bringen“, sagte Makarow auf der Pressekonferenz im Vorfeld der Messe. Die CeBIT sei dazu das beste Pflaster.
Russische IT-Firmen fokussieren sich auf Deutschland
Das Interesse der russischen IT-Unternehmen am deutschen Markt sei in den letzten drei Jahren deutlich gestiegen, sagte er. Makarows Angaben zufolge sehen 19 Prozent der Firmen den deutschen Markt als prioritär an.
Der boomende russische IT-Markt mit einem jährlichen Wachstum von etwa 20 Prozent ist natürlich auch für die deutsche Industrie interessant. Der deutsche IT-Export beträgt immerhin 1,8 Mrd. Euro. Dr. Matthias Weber, Bereichsleiter IT Services bei der BITKOM, lud auch die russischen IT-Gesellschaften dazu ein, sich in Deutschland stärker zu engagieren. Der deutsche Markt wachse zwar nur um 1,6 Prozent pro Jahr, wegen seines Volumens von 150 Mrd. Euro sei es für russische Unternehmen dennoch lukrativ, ihren Marktanteil zu steigern, sagte Weber.
CeBIT – realer Treffpunkt der virtuellen IT-Community
Und wo könnte man besser Kontakte knüpfen als auf der CeBIT, dem Treffpunkt nicht nur der großen IT-Konzerne wie Intel, IBM und Microsoft, sondern auch der mittelständischen Unternehmen? Gezeigt werden soll die nächste Generation des Breitband-Internet, Internet-TV, mobile Bezahlsysteme, Lösungen zur IT-Sicherheit, Telematik und Satellitennavigation sowie vieles mehr.
Hoffen auf Putin
6.000 Aussteller aus 70 Nationen werden in diesem Jahr erwartet. 9.000 Journalisten haben sich angekündigt und auch das Zuschauerinteresse dürfte dem vom vergangenen Jahr (434.000) wohl kaum nachstehen, zumal Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Erscheinen bei der Eröffnung schon zugesagt hat. „Wir hoffen auch, dass Präsident Putin kommt“, erklärte Ernst Raue von dem Veranstalter Deutsche Messe AG.
Offiziell gibt es zwar noch keine endgültige Zusage des Kremlchefs, doch da Russland in diesem Jahr Partnerland der CeBIT und darüber hinaus mit drei großen Ständen (Outsourcing, IT-Produkte und –Lösungen sowie Telekom) vertreten ist, dürfen sich die Veranstalter wohl berechtigte Hoffnungen auf eine Putin-Visite machen.
Schließlich hatte die russische Führung schon auf dem Davos-Gipfel verkündet, dass sie den Hochtechnologiebereich ausbauen will, um zukünftig nicht nur von Rohstoffen abhängig zu sein. „Bei der Diversifizierung der russischen Wirtschaft finden Sie in Deutschland einen verlässlichen Partner“, versprach der deutsche Gesandte Ekkehard Brose auf der Pressekonferenz in Moskau. (ab/.rufo)
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