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| Radio-Liberty-Mitarbeiter Zokirov wurde wahrscheinlich in Wahrheit für seine Berichte über die Revolte von Andischan bestraft (Foto: www.newsru.com) | |
Freitag, 23.09.2005
Usbekistan: Radio-Journalist muss ins Gefängnis
Moskau. In Usbekistan muss ein Journalist für sechs Monate ins Gefängnis, weil er einen Geheimdienst-Beamten angegriffen haben soll. Zuvor hatte der Reporter kritisch über den Aufstand von Andischan berichtet.
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Nosir Zokirov, Mitarbeiter des US-Auslandssenders verlor in der ost-usbekischen Stadt Namangan einen Berufungsprozess, berichtete das Moskauer Zentrum für Journalismus in Extremsituationen.
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Revision in einer Viertelstunde abgehandelt
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Die Richter benötigten nur 15 Minuten, um das Urteil der vorherigen Instanz zu bestätigen, obwohl Zokirov bei dem ersten Prozess weder einen Verteidiger hatte, noch Entlastungs-Zeugen aussagen durften. Der Journalist hatte zuvor über die blutige Niederschlagung einer regimefeindlichen Revolte berichtet.
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„Radio Liberty“-Direktor Thomas Dine erklärte, die Vorwürfe gegen seinen Mitarbeiter seien „absurd“. Das Urteil zeige, dass das „usbekische Rechtssystem sich jenseits international akzeptierter Normen bewege“ und sei Teil einer Kampagne gegen alle kritischen Medien. Dine zufolge wurden in der Vergangenheit bereits acht andere Mitarbeiter des usbekischen Sendedienstes von „Radio Liberty“ Opfer staatlicher Repressionen.
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In der mittelasiatischen Republik Usbekistan hat sich eines der autoritärsten Regime auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion etabliert. Derzeit sind alle usbekischen Medien einer strengen Zensur unterworfen. Unter dem Vorwand, islamische Extremisten zu verfolgen, werden Oppositionelle zu Haftstrafen verurteilt. Bei der Niederwerfung des Aufstandes in Andischan waren im Mai 2005 womöglich über 1.000 Menschen getötet worden.
In Andischan selbst begann unlängst der Prozess gegen 15 angebliche Anführer des Aufstandes. Ihnen droht die Todesstrafe.
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(epd/kp)
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