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| Die Doping-Loipe von Dmitri Jaroschenko wird immer länger (Foto: poluostrov-kamtchaka.ru) | |
Sonntag, 15.02.2009
Doping-Skandal treibt Biathlon-Verband in die Enge
Moskau. Die drei des Dopings überführten russischen Biathleten beteuern weiter ihre Unschuld - trotz einer weiteren positiven Probe. Ihr Verband muss nun Konsequenzen ziehen, um den Ruf des Sports zu retten.
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Das beim Doping überführte Trio Jekaterina Jurjewa, Dmitri Jaroschenko und Albina Achatowa hatte am Freitagmorgen den WM-Ort Pyeongchang in Südkorea fluchtartig verlassen. Nach ihrer Ankunft in Moskau sagte Jurjewa: „Ich habe ein reines Gewissen. Und nicht nur ich, sondern die anderen beiden auch.“
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Die Stimmung während des Fluges soll nicht gedrückt und sehr locker gewesen sein: „Wir haben im Flugzeug gescherzt und Kaffee getrunken“.
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Jaroschenko ein zweites Mal des Dopings überführt Die Scherze sind Dmitri Jaroschenko aber inzwischen endgültig vergangen: Er ist auch bei einer weiteren Dopingprobe positiv getestet worden. Wie die Internationale Biathlon-Union (IBU) mitteilte, wurde der 32-Jährige auch beim Weltcup in Oberhof entlarvt. Die B-Probe habe das Resultat der A-Probe bestätigt. Ein weiteres Dopingvergehen Jaroschenkos ist damit erwiesen.
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Russische Funktionäre äußern unterschiedliche Auffassungen Alexander Tichonow, der Vize-Präsident der Russischen Biathlon-Union (RBU) kommentiert den Skandal um seine Mannschaft lapidar: „Was passiert ist, ist passiert. Ich bin auch gegen Doping - die Sportler sind aber unschuldig.“
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Jelena Anikina, die Sportdirektorin der RBU, wunderte sich bei einem Fernsehinterview über diese Aussage ihres Verbandsvizes hingegen sehr und fragte kopfschüttelnd beim Reporter vom ZDF noch einmal nach: „Hat er das wirklich gesagt?“. Sie kündigte darauf eine „intensive Untersuchung der Dopingfälle“ sowie „harte Strafen durch die RBU“ an.
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Anikina wurde im November 2008 als Sportdirektorin von RBU-Präsident Michail Prochorow berufen. Prochorow hatte Alexander Tichonow nach dessen Rücktritt als Präsident abgelöst. Tichonow war in Russland wegen Verwicklung in eine Mordaffäre zu Gefängnis verurteilt worden, wurde aber später begnadigt. Danach erfolgte sein Rücktritt als Präsident der RBU.
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Schonungslose Aufklärung muss erfolgen Eine umfassende Aufklärung der Dopingfälle und der dafür Verantwortlichen wird notwendig sein, da sich im WM-Ort in Südkorea eine Protestwelle gegen den Russischen Biathlon-Verband formiert. Ein von den Schweden ins Gespräch gebrachter Boykott des Weltcup-Finales in Chanty-Mansijsk (23. bis 29. März) wird nicht mehr ausgeschlossen. Eine Entscheidung darüber machen viele Nationen von der Härte der Strafe der IBU gegen den russischen Biathlon-Verband abhängig wie auch von den Konsequenzen, die die RBU selbst zieht.
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„Es wird eine schonungslose Aufklärung geben. Dafür werden wir sorgen“ so Elena Anikina. Aus Tichonows Äußerung lässt sich das aber nicht zwingend herleiten.
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Gezieltes Doping? Achatowas Betreuer Leonid Gurjew wies den Vorwurf des gezielten Dopings zurück. Vielleicht habe Achatowa nur falsche Medikamente genommen, sagte er der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“. Jurjewa selbst nannte den Nachweis eines russischen EPO-Präparates in ihrem Blut „mehrdeutig und schwer zu erklären“. Für sie seien die positiven Dopingproben „ein Schock“ gewesen.
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Von Seiten des IOC werde der Dopingskandal „keine Auswirkungen“ für den Biathlon-Sport und dessen Dachverband IBU haben. „Schließlich ist es unser gemeinsames Ziel, Doping zu bekämpfen und in dieser Hinsicht haben wir unsere Arbeit ja auch gemacht“, sagt IBU-Präsident Anders Besseberg.
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Der Norweger gesteht aber auch ein: „Wir müssen allerdings ein ernsthaftes Antidoping-Prozedere bei allen unseren Mitglieds-Verbänden durchsetzen. Da, das muss ich zugeben, sind wir noch nicht ganz angekommen.“
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