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Torreich verliefen die Moskauer Begegnungen am vergangenen Wochenende (Foto: www.newsru.com)
Torreich verliefen die Moskauer Begegnungen am vergangenen Wochenende (Foto: www.newsru.com)
Montag, 24.04.2006

Fußball: In Moskau regnet es Tore

St. Petersburg. Der sechste Spieltag der russischen Premierliga brachte keine Sensationen. Kurios waren zwei Spiele in Moskau, die insgesamt 14 Tore lieferten. Unter zwei Trainern wackeln derweil mächtig die Stühle.

Spartak Moskau empfing den FC Moskwa. Als es zur Pause 3:0 stand und locker auch 5:0 hätte stehen können, ahnte niemand, dass die zweite Halbzeit sich zu einer Kopie des letztjährigen Finals der Champions League zwischen Mailand und Liverpool auswachsen würde.

Spartak lässt sich gehen und kassiert drei Tore


Zwar wartete Moskwa in den zweiten 45 Minuten mit offensivem, schnellen Fußball auf, aber der Hauptgrund für die jähe Wendung des Spiels liegt bei den Gastgebern. Spartak war offensichtlich der Meinung, das Spiel sei gelaufen, und ließ sich völlig gehen. Als Moskwa zur Aufholjagd ansetzte, konnten die Gäste sich nicht zu einer vernünftigen Gegenwehr mehr aufraffen und kassierten drei Tore.

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Auf der anschließenden Pressekonferenz erklärte Spartaks Cheftrainer Starkow, die Mannschaft stehe unter immensem Druck und er werde in drei, vier Tagen seine Entscheidung bekannt geben, ob er bleibe oder gehe. Damit ist endgültig klar, dass der Konflikt um die harsche Kritik eines Spitzenspielers an dem Coach (wir berichteten vor zwei Wochen) nicht beigelegt werden konnte.

Loko und Rubin bestreiten ein Fußballfest


Der Torregen im Moskauer Olympiastadion fand seine Fortsetzung im Lokomotive-Stadion in Tscherkisowo. Dort hatte Loko die Kicker von Rubin aus Kasan zu Gast. Vor den völlig begeisterten Zuschauern entrollte sich ein Spiel, spannend von der ersten bis zu letzten Minute.

Beide Mannschaften bevorzugten am Sonntag die offene und offensive Gangart. Die Initiative wechselte hin und her und es fiel ein Tor ums andere. Zum Schluss stand es völlig verdient 4:4 – verdient deshalb, weil keins der beiden Teams schlechter als das andere war.

ZSKA hat ein leichtes Spiel


Neben diesem Torregen sehen die Ergebnisse der anderen Begegnungen reichlich dünn aus, denn in sechs Spielen fielen nur sechs Tore. Eins davon holte sich ZSKA gegen Saturn. Das „brasilianische Wunderkind“ Jo war schon in der 12. Minute erfolgreich, worauf die Armeekicker das Spiel gekonnt und ruhig über die Runden brachten.

Dynamo übernimmt das Tabellenende


Die Talfahrt des Moskauer Vereins Dynamo geht weiter. Obwohl sie gegen Krylja Sowetow nicht schlecht aussahen, mussten die Weißblauen sich mit 0:1 geschlagen geben und stehen jetzt als Schlusslicht am Ende der Tabelle. Nicht viel besser ergeht es Torpedo, das sensationell schlecht in die Saison startete. In Wladiwostok unterlagen sie dem Aufsteiger Lutsch-Energija mit 0:2.

Zenit trat am Sonntag in Naltschik an. Die Begegnung mit dem dortigen Spartak war eine Qual für die Akteure und für die Zuschauer, die 90 Minuten zähen und harten Fußball ertragen mussten. Das dünne Ergebnis von 1:1 passt durchaus zu solch einem Spiel.

Die Petersburger sind durch Verletzungen geschwächt; zudem werden Gerüchte immer lauter, wonach Cheftrainer Petrzela demnächst den Hut nehmen muss. Er hatte offene Kritik an der Transferpolitik der Vereinsleitung geübt. Einzelheiten zum Spiel und zur Trainerfrage in St. Petersburg sind auf unserer Zenit-Seite zu finden.

War es Hand oder war es nicht Hand?


Die Begegnung in Perm zwischen Amkar und Tom wäre eigentlich nicht der Rede wert, zumal sie torlos blieb. Sie soll aber doch erwähnt werden, weil am Ende der ersten Halbzeit eine heftige Diskussion um ein Tor ausbrach, das gar keins gewesen war.

Zunächst erkannte der Schiedsrichter den Treffer der Gastgeber an, als die Gäste ihn aber bestürmten, es sei Handspiel gewesen, wurde er unsicher. In die hitzige Diskussion mischten sich danach die Trainer beider Mannschaften ein. Perms Chefcoach fragte schließlich den Spieler, ob er mit der Hand nachgeholfen hätte, und der war ehrlich und gab seinen Fehler zu.

Am langweiligsten Spiel des Tages war wieder einmal Schinnik aus Jaroslawl beteiligt. Verwunderlich ist nur, dass Rostow sich gegen die schwachen Gäste nicht behaupten konnte. Schinnik kann sich dennoch freuen über seine schwache Leistung – mit dem 0:0 holten sie einen Punkt, der ausreicht, um endlich einmal den letzten Tabellenplatz zu verlassen.

(-sb/.rufo)


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