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Der Mord Jewgeni Grigrojews ist der zweite tödliche Anschlag auf einen Staatsanwalt seit dem Jahr 2000. 2001 wurde der Staatsanwalt des Gebiets Chanty Mansijsk erschossen. (Foto: bogotej)
Der Mord Jewgeni Grigrojews ist der zweite tödliche Anschlag auf einen Staatsanwalt seit dem Jahr 2000. 2001 wurde der Staatsanwalt des Gebiets Chanty Mansijsk erschossen. (Foto: bogotej)
Donnerstag, 14.02.2008

Saratow: Staatsanwalt erschossen. Opfer von Korruption?

Saratow. Der Staatsanwalt des Gebiets Saratow Jewgeni Grigorjew ist am Mittwochabend von einem Unbekannten ermordet worden. Der Täter erschoss Grigorjew mit einer Makarow-Pistole im Zentrum der Gebietshauptstadt Saratow.

Der Staatsanwalt wurde am Mittwochabend gegen neun Uhr im Hof seines Wohnhauses erschossen, als er von der Arbeit nach Hause kam. Kurios: Kein Bewohner des mehrstöckigen Hauses will den Schuss gehört haben.

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• Korruptions-Topten: Ukrainischer Ex-Premier ganz vorn (18.09.2007)

Grigorjew räumte auf


Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen Unbekannt angestrengt. Nach Paragraph 317 droht dem Täter wegen eines „Anschlags auf das Leben eines Mitarbeiters der Rechtsschutzbehörden“ die gesetzlich vorgesehene Höchststrafe.

Wie russische Medien berichten, war Grigorjew in den letzten Jahren rigoros gegen die Korruption im Gebiet Saratow vorgegangen. Bekannte des Staatsanwalts gehen davon aus, dass Grigorjew von Leuten getötet wurde, denen er mit seinen Recherchen gefährlich wurde.

Nicht nur Freunde


Einer der größten Skandale in der Amtszeit Grigorjews war ein Korruptionsverfahren gegen den ehemaligen Bürgermeister von Saratow Juri Aksenenko. Ihm warf die Staatsanwaltschaft Amtsmißbrauch bei der Zuteilung Grundstücken vor. Das Verfahren dauert bis heute an.

In einem anderen Fall hatte Grigorjew im Herbst 2007 vorgeschlagen den Alkoholverkauf nachts einzuschränken. Von 22.00 Uhr bis 8.00 Uhr morgens, so der Staatsanwalt, sollten im Gebiet Saratow keine Getränke mit einem Alkoholgehalt über dreizehn Prozent verkauft werden.

Auch die großen Fische ...


Die Alkohol produzierende Industrie im Gebiet setzte im Jahr 2007 rund 285 Millionen Euro mit alkoholhaltigen Getränken um. So dürfte auch diese Initiative Grigorjews bei den Betroffenen Produzenten nicht gerade für Jubel gesorgt haben.

In einem Interview hatte Grigorjew selbst zuletzt geäußert der Kampf gegen die Korruption gehe in eine neue Phase. Wenn früher kleine Beamte verhaftet wurden, so wage man sich jetzt an die Führungsebenen heran. Genau das könnte dem Staatsanwalt jetzt zum Verhängnis geworden sein.



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