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In der gemieteten Datscha fand sich auch noch ein Terroristen-Arsenal (Foto: ntw-tv/.rufo)
In der gemieteten Datscha fand sich auch noch ein Terroristen-Arsenal (Foto: ntw-tv/.rufo)
Freitag, 27.04.2012

Wie im Kino: Entführter Geschäftsmann schießt sich frei

Moskau. Ein vor drei Monaten entführter Geschäftsmann hat sich mit einer filmreifen Flucht aus der Geiselhaft befreit. Ihm gelang es, seine Bewacher zu überrumpeln und mit deren eigenen Waffen niederzuschießen.

Möglicherweise wurden durch den Verzweiflungsakt des Entführungsopfers auch noch Terrorakte verhindert, da die kaukasischen Kidnapper sich offenbar auch im Bombenbau übten.

Polizisten im Dorf Meschtscherskoje im Moskauer Umland wunderten sich nicht wenig, als in der Nacht auf Donnerstag ein bis an die Zähne bewaffneter Mann bei ihnen auftauchte - und die Waffen sofort niederlegte: Der mit zwei Kalaschnikows und einer Pistole behängte Mittfünfziger gab an, dass er kurz vorher zwei Männer angeschossen habe, die ihn als Geisel festgehalten hätten.

In dem fraglichen, von einem hohen Zaum umgebenen Haus fand sich allerdings niemand mehr – dafür aber Patronenhülsen und Blutspuren.

Wie sich schnell herausstellte, handelte es sich bei dem Mann um den am 27. Januar entführten Geschäftsmann Juri Surlewitsch, nachdem überall gesucht wurde. Eine Gruppe Kaukasier hatte ihn mit Gewalt gekidnappt, als er zu seiner Datscha im Moskauer Gebiet fuhr, berichtet heute der „Kommersant“.

Kidnapper versuchen sich als Häuser-Makler


Die Entführer erklärten ihrem Opfer, dass sie für seine Freilassung ein ein Lösegeld von 500 Mio. Rubel (13 Mio. Euro) fordern. Doch stellte sich schnell heraus, dass die einzigen einigermaßen verfügbaren Aktiva der Geisel aus zwei Luxus-Cottages bestanden, die er vor drei Jahren errichtet hatte. Sein Vorhaben, jedes Haus für eine Million Dollar zu verkaufen, hatte seither jedoch keinen Erfolg gehabt.

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Die Entführer zwangen ihn deshalb, eine Vollmacht auf ein Mitglied ihrer Gruppe auszustellen und machten sich selbst auf die Suche nach Käufern. Dazu stellten sie in der Nähe der fraglichen Datschensiedlung sogar ein improvisiertes Werbebanner mit Kontakttelefon-Nummer auf.

Nachdem die Kidnapper ihre Preisvorstellungen mehrfach gesenkt hatten, fanden sie schließlich einen Interessenten, der bereit war, 500.000 Dollar für beide Häuser zu berappen. Dem festgehaltenen Eigner war klar, dass sein letztes Stunde schlägt, sobald der Deal über die Bühne gegangen ist, weshalb er sich entschloss, jede Möglichkeit zur Flucht zu nutzen.

Shootout: Geisel ist schneller als Bewacher


Die Chance ergab sich, als acht der zehn Bewacher das Haus aus irgendwelchen Gründen verlassen hatten und die verbliebenen zwei Mann in einem Nebenraum zu Abend aßen.

Mit viel Spucke und Mut gelang der Geisel die Flucht (Foto: kp.ru)
Mit viel Spucke und Mut gelang der Geisel die Flucht (Foto: kp.ru)
Dem Entführten gelang es, mit Hilfe von viel Spucke die Handschelle abzustreifen, mit der er ständig an einen Heizkörper gefesselt war. Im Flur fand er dann eine von den Wächtern achtlos abgelegte Kalaschnikow. Die Waffe leistete ihm nach seinen Worten sofort gute Dienste, denn in diesem Moment tauchten die beiden Bewacher wieder auf.

In dem sofort einsetzenden Schusswechsel war Surlewitsch einen Hauch schneller und genauer: Er traf einen Mann in die Brust und den zweiten ins Knie. Die beiden Getroffenen ergriffen daraufhin die Flucht und warfen ihre Waffen weg.

Die beiden aus Dagestan gebürtigen Verletzten wurden tags darauf in einem Krankenhaus in der Stadt Widnoje festgenommen, wo sie sich behandeln ließen. Haftbefehl erging auch gegen den Besitzer des an die Kriminellen vermieteten Hauses.

Außenposten eines Terrorkommandos aus Dagestan?


Nach Angaben der Ermittlungsbehörde des Moskauer Gebietes wurden in dem Versteck noch weitere Pistolen, Granaten, Sprengstoff, Anleitungen zum Bombenbau und „verdächtige Literatur“ gefunden. Die anderen Mitglieder der Gruppe seien bereits identifiziert und zur Fahndung ausgeschrieben, so der "Kommersant".

Als Hintermann der Entführung gilt den Ermittlern ein radikalislamischer „Amir“ aus dem Untergrund Dagestans.

Vermutlich hatte dieser die Gruppe mit dem Auftrag zur Geldbeschaffung in die Moskauer Region geschickt. Gleichzeitig scheint sich die Bande aber auch auf Terror-Aktivitäten vorbereitet zu haben.

Anderere Version: Immobilienstreit als Vorgeschichte


In der russischen Presse wird aber noch eine zweite Version der Entführung kolportiert: Demnach handelte es sich dabei um Rache für einen Streit um die Besitzrechte an den beiden Häusern, bei dem Surlewitsch vor Gericht gegen einen gewissen Jewlojew gewonnen hatte.

Nun bewacht die Polizei die ehemalige Geisel, da befürchtet wird, die Bande könnte sich an ihm rächen oder versuchen, ihn als wichtigsten Zeugen auszuschalten.



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