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Omsk - eine Stadt in der man leben kann (Foto: www.omsk.ru)
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Montag, 28.08.2006

Weltreise machen: Wir lieben Omsk!

Omsk. Sabine und Olaf Börner reisen in elf Monaten einmal um die Welt. Russland-aktuell veröffentlicht einige ihrer Reiseberichte. Nach einer Schiffsreise auf dem Ob schnuppern die beiden in Omsk wieder Großstadtluft.

Wir lieben Omsk! Das trifft zumindest auf die Omsker zu, denn sie haben diesen Spruch anlässlich ihres 290jährigen Gründungsjubiläums auf annähernd jede freie Fläche der Stadt geklebt. Auch uns hat es hier ziemlich gut gefallen. Absolutes Highlight war unser Hotel „Turist“, in dem es neben einem tollen Ausblick auf die Stadt endlich wieder ein eigenes Badezimmer gab. Hinzu kamen zumindest einigermaßen Englisch sprechendes Personal und entgegen der Prophezeiung des Hotelnamens anstatt Touristen jede Menge „Businessmeny“, wie das dem Englischen entlehnte russische Wort für Geschäftsleute lautet.

Kein Internet im Businescentrum


Mehr dazu im Internet
• Weltreise machen: Die Webseite von Sabine und Olaf Börner

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Leider erwies das Business Center des Hotels nicht als so verlässlich, wie ich es von einem „Best Eastern Hotel“ (Eigenwerbung) erwartet hätte. Das Internet funktionierte einfach nicht, woran auch die beiden das ansonsten ausgestorbene Businesscenter bewachende stöckelschuhbewaffneten blonden Luder nichts ändern konnten. Immerhin nutzte ein „Rabotschi“ (russisches Wort für einen körperlich arbeitenden Menschen) die Ruhe des Raums, um dort einen gigantisch großen, kaum noch durch die Tür passenden Luftballon geräuschvoll mittels Kompressor aufzublasen und anschlieβend mit „290 Jahre Omsk - Wir lieben unsere Stadt.“ zu beschriften.

Insgesamt macht Omsk den Eindruck einer Stadt, in der man sehr gut leben kann. Das trifft allerdings wohl nur dann zu, wenn man in der Nähe des historischen Stadtkerns wohnt und arbeitet. Am Stadtrand dieser 1,1 Millionen Einwohner zählenden sibirischen Metropole habe ich die bislang gröβte mir bekannte Ansammlung von Industriebetrieben inklusive rauchender Schlote gesehen, wohl eher nicht so das bevorzugte Wohngebiet.

Bei Russland-Aktuell
• Einmal um die Welt: 2.714 km auf Sibiriens Flüssen (26.08.2006)
• Weltreise machen: Zu Gast bei Nomaden und Mammuten (23.08.2006)
• Weltreise machen: In 46 Stunden zum Polarkreis (22.08.2006)
• Weltreise machen: Die Mutter des Lernens (21.08.2006)
• Weltreise machen: Zuerst die Stempel in den Pass (15.08.2006)
Aufgefallen war mir schon an anderen Orten die ausgeprägte Liebe der Russen für Sportbekleidung. Omsk scheint um den Ruf als die Stadt mit der höchsten Dichte an Sportgeschäften zu kämpfen, um sozusagen die Hauptstadt der Sportausrüstung zu werden. Adidas, Puma, Nike - alle sind sie omnipräsent. Was den Marktanteil angeht, so hat Adidas mit großem Abstand das Rennen gemacht. Selbst auf den Dörfern laufen die unmöglichsten Gestalten in Adidas-Klamotten rum, so dass dem Markenverantwortlichen in Herzogenaurach bei ihrem Anblick sicher Bange werden würde. Wahrscheinlich mache ich mir aber ganz unbegründete Sorgen, denn vermutlich trägt die Hälfte der Leute ohnehin nur die Plagiate...

Abschließend sei noch unser Besuch in dem lokalen Kunstmuseum erwähnt. Hier haben wir einen Teil der sonst in der berühmten Waffenkammer des Moskauer Kremls ausgestellten Kunstschätze bewundern können. Wahrscheinlich waren es die, die nicht pünktlich zur Touristensaison zwecks Restaurierung aus der Ausstellung entfernt wurden. Es ist nämlich eine besondere Eigenart der Russen, dass sie mit Vorliebe in der Hauptsaison ihre Kunstschätze den Blicken neugieriger Besucher entziehen. So z.B. Im Moskauer Puschkin Museum geschehen, wo die wirklich sehenswerten Stücke (eine kleine und feine Sammlung expressionistischer Werke) kurzerhand in ein neues Gebäude umgezogen wurden und deshalb für über einen Monat nicht zu besichtigen waren.

Studentenausweis gegen die Diskrimierung


Bei Russland-Aktuell
• Weltreise machen: Ankunft bei Oma Swetlana in Moskau (09.08.2006)
• Weltreisende: Im Leben gibt es nichts ohne Risiko (26.07.2006)
Einem anderen hier sehr beliebten Trick, die hiesigen Sammlungen vor dem interessierten ausländischen Besuchern zu schützen, konnten wir mit Hilfe unseres Studentenausweises der Moskauer Lomonossow-Universität erfolgreich ein Schnippchen schlagen. Als „russische“ Studenten haben wir 50 Rubel (ca. 1,80 ˆ) anstatt der sonst für westliche Ausländer fälligen 250 Rubel (ca. 9 ˆ) Eintritt gezahlt. Obwohl auch nach der russischen Verfassung alle Menschen gleich sind und die Diskriminierung von Ausländern ausdrücklich verboten ist, wird es hier als völlig normal angesehen, dass vermeintlich „reiche“ Westler den im Vergleich zu Russen bis zu 7fachen Preis für den Eintritt in hiesige Sehenswürdigkeiten zahlen.

Bis vor kurzem galt dies auch für inländische Zug- und Flugtickets, was inzwischen eben aufgrund des Widerspruchs mit der russischen Verfassung abgeschafft wurde. Dies hält manche russische Reiseagenturen aber nicht davon an, trotzdem einen „Ausländeraufschlag“ zu verlangen. Also Lufthansa, Deutsche Bahn und defizitäre deutsche Kulturinstitutionen, wie wärs denn mal mit Russen-Preisen?

Verabschiedet wurden wir auf dem Omsker Bahnhof von dem besonders eifrigen lokalen Putzfrauenkollektiv. Um den Reisenden das Warten auf den Zug etwas zu verkürzen, war für nachmittags um 15 Uhr das Komplettwischen des Wartesaals angesetzt. Dazu durften sich alle Wartenden von ihren Plätzen erheben und samt Gepäck den Warteraum verlassen. Nachdem einmal durchgewischt wurde, durfte man wieder rein und es sich wieder bequem machen. So wird Warten auf den Zug nie langweilig. Trotzdem waren wir froh, als er endlich ankam.

Olaf Börner, 2. August 2006


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