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| Die grossen Ohren der Militärs (Foto: rian) | |
Donnerstag, 19.04.2007
Was wollen die USA wirklich mit ihrem Raketenschirm?
Gisbert Mrozek, Moskau. Russland hat bisher zwei fast unschlagbare Einwände gegen die US-Pläne. Warum sollte ein Schild, der vor Raketen aus Iran oder Nordkorea schützen soll, in Polen und Tschechien aufgebaut werden, fragt man.
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Zumal es diese Raketen auf absehbare Zeit nicht geben wird. Und selbst wenn es sie gäbe, der Schild wohl an der falschen Stelle wäre.
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Der zweite Einwand lautet: dass die USA ohne Konsultation mit Russland und anfangs sogar ohne Rücksprache mit den Natopartnern handelten, nähre den Verdacht, dass sie ganz andere Ziele als die deklarierten verfolgen. Außerdem hörte man in Moskau sehr wohl die überhaupt nicht friedfertigen Aussagen Washingtoner Falken zur Russland-Politik der USA.
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Nachdem George Bush nun unlängst Wladimir Putin Beratungen versprach und jetzt sogar auch anbot, Russland könne die Anlagen später selbst inspizieren, scheint dieser zweite Einwand vorerst entkräftet.
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Führt also Böses im Schilde, wer sich nicht in die Karten gucken lässt?
Aber wie ein Schild in Warschau vor Mullahs in Teheran schützen soll, bleibt unklar. Was also wollen die USA wirklich, das ist die Frage. Die einfachste Antwort lautet: es geht gar nicht um die Raketen.
Sie wollen vielmehr eigene militärische Infrastruktur, die auch von der Nato im Zweifelsfall nicht kontrolliert werden kann, so dicht wie möglich an den Grenzen zu Russland installieren. Das macht aber nur Sinn im Rahmen einer Strategie, die nicht auf Frieden und Freundschaft gerichtet ist - und schon gar nicht im Sinne Europas ist.
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Diesen Verdacht entschärfen könnten nur die USA.
Ein Raketenschirm jedenfalls, der Europa inklusive Osteuropa und Russland schützen soll, wie jüngst Bundesverteidigungsminister Franz Joseph Jung vorschlug, müsste ganz anders aussehen.
Gisbert Mrozek (gim/.rufo/Moskau)
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