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Rausschmiss: Rote Karte für ZSKA-Keeper Akinfejew vom italienischen Referee (foto: newsru.com)
Rausschmiss: Rote Karte für ZSKA-Keeper Akinfejew vom italienischen Referee (foto: newsru.com)
Montag, 03.04.2006

Premierliga: Sibirien geht in Tabellenführung

St. Petersburg. Nach dem dritten Spieltag verharren vier der Moskauer Clubs in der unteren Tabellenhälfte. Außenseiter Tom aus Tomsk steht dagegen einsam an der Spitze – und die Fußballwelt somit auf dem Kopf.

Die diesjährige russische Fußballsaison hat einen erstaunlichen Auftakt. Gewöhnlich haben die sechs Moskauer Vereine die Nase vorn, aber heute verharren gleich drei davon – Dynamo, Torpedo und Lokomotive – auf den Rängen vor der Abstiegszone. Noch ist nicht aller Tage Abend, die Saison ist noch jung – aber erstaunlich ist diese Tendenz allemal.

Ein Italiener punktet als Schiri in Russland


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Zum Spitzenspiel Spartak-ZSKA berief der Russische Fußballbund mit dem Italiener Massimo de Santis einen ausländischen Unparteiischen. Diese Praxis ist seit der letzten Saison üblich, um eventuelle Voreingenommenheiten der eigenen Referees auszuschließen.

Nach Meinung der Kommentatoren leistete de Santis am Samstag im Luschniki-Stadion insgesamt gute Arbeit. Mit der roten Karte für ZSKA-Keeper Akinfejew bewies er Mut, den ein russsicher Unparteiischer nicht aufgebracht hätte. Auf einem anderen Blatt steht, dass Akinfejews Handspiel in Russland nicht als solches angesehen würde.

Ein ironischer Kommentar zum Geschehen lautete, de Santis habe ZSKA einen großen Dienst erwiesen, denn wenn die Armeekicker im nächsten Herbst erfolgreich in der Champions League auftreten wollten, müssten sie sich allmählich an die europäischen Regeln gewöhnen.

Das spritzige und packende Hauptstadt-Derby ging schließlich 1:1 aus, Wagner war für ZSKA erfolgreich, Titow für Spartak. Damit kann Spartak bereits fünf Jahre oder 1827 Tage (!) in Folge nicht gegen ZSKA gewinnen.

Tom schiebt sich an ZSKA vorbei


Den Patzer der Armeekicker nutzte umgehend Tom aus dem westsibirischen Tomsk und holte sich mit einem 1:0 drei Punkte in Jaroslawl. Das schwache Spiel seiner Mannen kommentierte Schinniks Cheftrainer Oleg Dolmatow: „Uns ist heute einfach überhaupt nichts gelungen.“

Tom hat damit das dritte Spiel in Folge gewonnen und steht nun mit neun Punkten ungeschlagen an der Tabellenspitze, gefolgt von ZSKA und Rubin, die jeweils sieben Zähler aufweisen.

Sytschows Rückkehr half Loko nicht


Lokomotive Moskau erlitt Zuhause in Tscherkisowo eine empfindliche Schlappe, und das ausgerechnet gegen den Aufsteiger Spartak aus Naltschik. Loko zeigte sich nervös und unkonzentriert und bekam das Spiel nicht unter seine Kontrolle.

Seine Sternstunde hatte Naltschiks junger Mittelfeldspieler Sergej Piliptschuk. Der 21jährige ukrainische Neuling in der russischen Premierliga schoss zwei der drei Tore für Spartak. Eine Sternstunde anderer Art erlebte Lokos Starstürmer Dmitri Sytschow. Nach acht Monaten Verletzungspause lief er zum ersten Mal wieder auf.

Frenetisch gefeiert von den Fans, konnte aber auch Sytschow seinem Verein nicht helfen. Obwohl Loko kurz vor Schluss den Anschlusstreffer erzielte, entschied Spartak Naltschik das Spiel verdient mit 3:2 für sich. Der kaukasische Aufsteiger beweist damit im dritten Spiel hintereinander gegen Moskauer Spitzenvereine seine Ambitionen, in der Elite nicht nur die Rolle des Statisten zu spielen.

Moskwa mit glücklichem Sieg über Samara


Nach der peinlichen Vorstellung vom letzten Wochenende in Rostow konnte der FC Moskwa sich bei den Fans rehabilitieren. Es reichte zwar nur zu einem dünnen 1:0, aber im Gegensatz zu den „Flügelchen“, die zwei hundertprozentige Torchancen nicht umsetzen konnten, platzierte Dmitri Kiritschenko das Leder präzise im Netz.

In Kasan kam es nach dem Schlusspfiff zu einer Rangelei auf dem Platz. Rubin besiegte Lutsch-Energija aus Wladiwostok mit 1:0, wobei der Unparteiische ein lupenreines Tor der Kicker aus dem Fernen Osten fälschlicherweise nicht anerkannte.

Dynamo sollte die Finger von Luschniki lassen


Dynamo Moskau und Saturn trennten sich mit 1:1, was nicht weiter der Erwähnung wert wäre, wenn nicht die Statistik mit interessanten Details aufwarten würde: 7950 Tage oder gute 21,5 Jahre (!) kann Dynamo auf dem künstlichen Rasen im Olympiastadion in Luschniki nicht mehr gewinnen.

Fragt sich, warum der Verein, der doch ein eigenes Stadion besitzt, dort überhaupt noch spielt. Die Unglücksserie ist jedenfalls so alt, dass der am Samstag für die Weißblauen aktive 19jährige Spieler Dmitri Kambarow noch nicht einmal auf der Welt war, als sie begann…

Torpedo Moskau setzte mit einem torlosen Spiel gegen Amkar seinen farblosen Saisonauftakt fort. Die Begegnung Zenit-Rostow wurde wegen Zenits fortlaufendem Engagement im UEFA-Cup auf den 17. Mai verschoben. (-sb/.rufo)


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