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Auf dieser kleinen öden Insel wurde der russische Robinson Crusoe entdeckt (Foto: TV)
Auf dieser kleinen öden Insel wurde der russische Robinson Crusoe entdeckt (Foto: TV)
Donnerstag, 20.10.2011

Russlands Robinson Crusoe erinnert an Münchhausen

Archangelsk. Die Story um den zufällig auf einer unbewohnten Insel im Weißen Meer entdeckten Mann – die Medien tauften ihn schnell Robinson Crusoe – nimmt eine unerwartete Wendung. Seine Version weist Unstimmigkeiten auf.

Über zwei Wochen will Sergej Ganjuschew, so heißt der Mann, auf der unbewohnten Solowezki-Insel verbracht haben. Ernährt habe er sich in dieser Zeit von Algen und Regenwasser, erklärte er nach seiner zufälligen Rettung (eigentlich hatte der Rettungshubschrauber einen anderen Vermissten im Meer gesucht).

Kein Bartwuchs in zwei Wochen


„Mir ist aufgefallen, dass Sergej während seines Verbleibs auf der Insel überhaupt nicht zugewachsen ist“, erklärte der Leiter des Archangelsker Rettungsdiensts Igor Poliwanow. In der Hektik sei das Fehlen des Barts zunächst nicht aufgefallen, nun komme es ihm aber merkwürdig vor, sagte er.

Bei Russland-Aktuell
• Russlands Robinson Crusoe im Weißen Meer entdeckt (19.10.2011)
• Mann von unbewohnter Insel im Weißen Meer gerettet (17.10.2011)
• Der Europäische Norden – Weiße Nächte, dichte Wälder, klare Seen (14.07.2011)
Nun kann fehlender Bartwuchs mit den Besonderheiten des Organismus erklärt werden. Doch sei Ganjuschew in erstaunlich guter körperlicher Verfassung gewesen für einen 16tägigen nassen Inselaufenthalt mit Algendiät bei Frost und eisigen Winden.

Wo sind die Salzspuren nach dem Bad im Meer?


Den größten Verdacht aber erregte die Kleidung Ganjuschews. Immerhin ist er laut eigenen Angaben nach dem Kentern seines Boots im vier Grad kalten Wasser zur Insel geschwommen. Auf seiner Kleidung fanden sich jedoch keine Salzspuren. „Er wird doch Hose und Jacke nicht im Regenwasser gewaschen haben“, wundert sich Poliwanow.

Ganjuschews Version, er sei allein im Boot gewesen beim Fischen von Meeresalgen bekommt damit starke Risse. Die Beamten vermuten einen ganz anderen Hergang der Ereignisse.

Zum Sterben auf der Insel zurückgelassen


Zwar hat Ganjuschew zugegeben, dass er Wildern war (auch für das Fischen von Meeresalgen ist eine Lizenz nötig, die der 25-Jährige nicht hatte), doch die Ermittler glauben, dass Ganjuschew eine andere fettere Beute im Visier hatte: „Es gibt den Verdacht, dass er Lachs wildern ging, und nun aus Angst die ganze Geschichte erfunden hat“, erklärte ein Polizeisprecher.

Allerdings ist er dann wohl nicht allein auf Fischfang gewesen, sondern in einer Gruppe von Wilderern. Möglich sei ein Konflikt an Bord gewesen. Die übrigen Wilderer hätten ihn dann abseits der Fangrouten auf der einsamen Insel zum Sterben ausgesetzt.

Keine Chance zum Überleben


Zum Festland konnte er im kalten Wasser nicht schwimmen. Fischer gibt es in dem Gebiet nicht. Lange hätte er es nicht ausgehalten. Und irgendwelche Indizien, wer hinter dem Tod steckt, hätte es auch nicht gegeben.

Das würde auch den Umstand erklären, warum Ganjuschew weder auf Arbeit noch zu Hause als vermisst gemeldet wurde. Die Familie dachte er sei auf Arbeit, in der Fabrik ging man davon aus, er sei zu Hause. Für alle Fälle überprüfen die Ermittler Ganjuschews Arbeitgeber – eine Fabrik zur Zucht von Meeresalgen.



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