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Kein Bartwuchs an den Wangen: Seetang-Fischer Ganjuschew bekräftigt im Krankenhaus seine Version der Robinsonade (Foto: kp.ru)
Kein Bartwuchs an den Wangen: Seetang-Fischer Ganjuschew bekräftigt im Krankenhaus seine Version der Robinsonade (Foto: kp.ru)
Freitag, 21.10.2011

Weißmeer-Robinson dementiert Wilderei-Vorwurf

Archangelsk. Der zufällig von einer einsamen Felseninsel im Weißen Meer gerettete Mann hat die Behauptung zurückgewiesen, er sei von Lachs-Wilderern auf der Insel ausgesetzt worden. Er bleibt bei seiner 16-Tage-Version.

Eine Hubschrauberbesatzung des Katastrophenschutzes hatte den vor Schwäche taumelnden Mann am Montag auf einem nur 50 mal 100 Meter großen, kargen Eiland zufällig entdeckt. Eigentlich wurde nach einem mit zwei Personen im Sturm vermissten Boot des Klosters auf den Solowezki-Inseln gesucht.

Schiffbrüchiger muss sich rechtfertigen


Der 25 Jahre alte Sergej Ganjuschew wurde unterkühlt und unterernährt in ein Archangelsker Krankenhaus eingeliefert, wo er jetzt mit der Diagnose Lungenentzündung und Erfrierungen an den Beinen liegt. Eigentlich wollte er keine Interviews geben – doch er änderte seine Einstellung, nachdem gestern in den Medien Zweifel an der Version laut geworden waren, der Mann habe als Schiffbrüchiger 16 Tage auf der Mini-Insel überlebt.

Bei Russland-Aktuell
• Russlands Robinson Crusoe erinnert an Münchhausen (20.10.2011)
• Russlands Robinson Crusoe im Weißen Meer entdeckt (19.10.2011)
• Mann von unbewohnter Insel im Weißen Meer gerettet (17.10.2011)
• Der Europäische Norden – Weiße Nächte, dichte Wälder, klare Seen (14.07.2011)
• Zereteli beehrt Solowki mit 100 Meter hohem Jesus (12.04.2008)
Auch von der Polizei und im Internet wurde die Version des als Seetang-Fischer arbeitenden „Robinson Crusoe“ angezweifelt, da er manchen Bloggern zu gesund und kräftig nach den angeblich erlittenen Qualen erschien. Der Gerettete hatte erklärt, von Regenwasser und angespültem Seetang gelebt zu haben.

Keine Salzkrusten und zu wenig Haare im Gesicht


Unter Berufung auf Rettungskräfte hatte die Zeitung dargelegt, dass die Kleidung des Mannes nicht salzverkrustet gewesen sei und sein eher bescheidener Bartwuchs auf einen kürzeren Aufenthalt schließen ließe. Vermutlich hätten ihn Lachswilderer nach einem Streit auf der Insel ausgesetzt, mutmaßte das Blatt.

Mittlerweile wurde auch bekannt, dass es durchaus eine Vermisstenanzeige gegeben hatte. Sie erfolgte allerdings erst am 13. Oktober.

Es gab eine Vermisstenanzeige - nur wurde nicht gesucht


Erst dann wurde Ganjuschews Vorgesetzten klar, dass er sich weder bei seinen Kollegen auf einer abgelegenen Inselgruppe, noch auf der Basis auf den Solowezki-Inseln aufhielt. Seine Familie vermisste ihn nicht, da die Seetang-Fischer während der viermonatigen Saison die meiste Zeit in Bereichen arbeiten, in denen es keinen Handy-Empfang gibt.

Survival-Tricks ganz ohne Spaßfaktor


Ganjuschew erklärte, sein kleines Boot sei leckgeschlagen und er habe es in Richtung der Insel gelenkt, um sich zu retten. 100 Meter von Ufer sei das Boot gekentert und gesunken. Seine nasse Kleidung sei anschließend drei Tage lang am Körper getrocknet.

Seinen selbst gegrabenen Unterschlupf im Sand habe er mit gefundenen Brettern abgedeckt. Von seinem Pullover habe er die Ärmel abgerissen, um damit die Beine zu wärmen. Arme und Kopf habe er in den Restpullover gesteckt und sich so durch den eigenen Atem einigermaßen gewärmt. Die Nächte seien aber dennoch „schrecklich“ gewesen.

Sein Bart wächst nur am Kinn


Außerdem erklärte Ganjuschew, er habe noch nie Bartwuchs an den Wangen gehabt – was er die Zeitung auf fotografisch dokumentieren ließ. Rasiert habe er sich jedenfalls erst nach einem Tag im Krankenhaus.

Das Geräusch des rettenden Helikopters habe er zunächst für eine Halluzination gehalten. Dann sei es lauter und lauter geworden – und er sei aus seinem Unterschlupf gekrochen und habe mit letzter Kraft gewunken. „Gottlob haben sie mich gesehen“, so Ganjuschew.



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