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Donnerstag, 21.06.2012

Superjet-100: Flugabbruch wegen technischer Mängel

Moskau. In dieser Woche mussten zwei russische Inlandsflüge Flüge mit dem Suchoi-Superjet 100 wegen technischer Probleme abgebrochen werden. Der Crash in Indonesien geht möglicherweise auf schlechte Lotsenarbeit zurück.

Heute konnte eine Maschine dieses Typs in Nischni Nowgorod „wegen Ausfällen im Computersystem“ nicht starten, teilt RIA Novosti mit. Die 84 Passagiere mussten das Flugzeug verlassen, ihr Flug nach Moskau verzögert sich, bis das Problem behoben ist.

Bei Russland-Aktuell
• Superjet-100-Crash: Pilot ignorierte Warnungen (07.06.2012)
• Flugschreiber des abgestürzten SuperJet-100 gefunden (16.05.2012)
• Offiziell bestätigt: Superjet-100 ist abgestürzt (10.05.2012)
Am Montag musste ein Superjet-100, der von Moskau nach Kopenhagen unterwegs war, umdrehen und nach Scheremetjewo zurückfliegen, nachdem Probleme mit der Belüftung aufgetreten waren.

In Indonesien ist derweil die vorläufige Untersuchung für den Absturz eines Superjets-100 am 9. Mai abgeschlossen. Die Ursache liege „nicht bei der Technik“, erklärte ein russisches Mitglied der Untersuchungskommission.

In der indonesischen Presse tauchen Berichte auf, nach denen die Fluglotsen den Jet nicht rechtzeitig richtig lenken konnten, weil sie „mehrere Flugzeuge gleichzeitig begleiten mussten“. Die Maschine zerschellte am Abhang eines Berges; alle Insassen kamen ums Leben.

Zitiert werden auch die letzten Worte des russischen Chefpiloten, die deutlich auf dem Flugschreiber zu hören waren. Der erfahrene Testpilot Alexander Jablonzew soll voller Schrecken „Oh Gott, was ist das denn?!“ gerufen haben, als das Bergmassiv vor ihm auftauchte.



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Paulsen-Consult 24.06.2012 - 11:44

Hazrdous Attitudes (gefährliche Verhaltensweisen) kommen bei Piloten vor. Aber so gefährlich? OK, wenn der Pilot die vorgeschriebenen Flughöhen eingehalten hätte, wäre das ganze nicht passiert, da darf man sicher sein. Aber alles andere ist ziemlich unklar. Moderne Flugzeuge sind mit Anti-Kollision Systemen ausgerüstet, eine falsche Anzeige der Flughöhe erscheint unwahrscheinlich. GPS-Instrumente geben zuverlässige Informationen über das Geländeprofil, ein wolkenverhangener Vulkan ist höchstens für einen desorientierten VFR-Piloten ein Problem. Auch wenn es ein Demonstrations-Flug gewesen ist, ist dieser als Testflug gescheitert. Nicht mal der verrückteste Pilot käme auf die Idee mit einem Verkehrsflugzeug Berggipfel von unten anzufliegen. Berggipfel stellen aber kein unbekanntes Terrain dar, nicht bei der heutigen Technik.
Also hat etwas nicht richtig funktioniert, womit wir wieder bei der Technik wären.
Nicht der Berg ist plötzlich da gewesen, sondern das Flugzeug befand sich in einer zu niedrigen Flughöhe. Dies kann in dem Umfang nicht beabsichtigt gewesen sein. Daher gehe ich von einer Fehlfunktion der Flughöhen-Anzeige aus. Bei einem einfachen Höhenmesser würde ich nicht weiter darüber nachdenken. Es gibt soviele Gründe, warum dieser falsch anzeigt, dass jeder weiss, man kann sich nicht darauf verlassen. Aber die komplexen Höhenmesssysteme in modernen Flugzeugen haben diese Fehlerquelle weitgehend neutralisiert. Höhenmessungen sind auch durch GPS möglich. Das Radar auch nicht zu vergessen. Wie die Instrumente in der Sukoi aussehen, weiss ich natürlich nicht, aber die Daten der Flugschreiber und die Anzeigen im Cockpit können zwei sehr verschiedene Dinge sein. Die letzten Worte des Piloten: Oh Gott, was ist das denn? zeigen vor allem eines. Der Pilot hat sich in einer relativ sicheren Flughöhe gewähnt. Der Berg erschien ihm vermutlich wie ein unerklärliches Phänomen.
Bei einem erfahrenen Testpiloten sind \"Hazardous attitudes\" nicht ausgeschlossen. Aber die gehen nicht bis zur selbstmörderischen Dummheit.
Also- technisches Versagen der Höhenmesssysteme oder der Navigationssysteme ist wesentlich wahrscheinlicher als ein reiner Pilotenfehler.
Die Wahrheit wird vermutlich nie ans Licht kommen, oder nur dann, wenn sich die mutmaßliche, technische Fehlfunktion verhängnisvoll wiederholt.


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