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Der russischen Statistik fehlt es an Kindern - und an Einwanderern, die auch erfasst werden (Foto: ld/.rufo)
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Dienstag, 27.11.2012

Bevölkerung: Russen immer weniger, Armenier mehr

Moskau. Nicht nur die Größe einer Bevölkerung kann sich verändern, auch ihre Zusammensetzung: Ein Vergleich der Volkszählungsdaten von 1989 und 2010 zeigt, dass manche Nationalitäten in Russland deutlich zunehmen.


Während die Zahl der ethnischen Russen in Russland innerhalb dieser 21 Jahre um 8,8 Mio. Menschen auf 111 Mio. abgenommen hat, hat sich die Zahl der Armenier im Lande in dieser Zeit mehr als verdoppelt: Sie stieg von 530.000 auf 1,1 Mio. Personen. Die Gesamtbevölkerung Russlands sank im Vergleichszeitraum um etwa 4 Mio. Menschen auf 143 Mio.

Ebenfalls eine deutliche Zunahme verzeichnet das tschetschenische Volk: Seine Kopfstärke wuchs - trotz zweier Kriege in der Zwischenzeit – um über eine halbe Million Menschen auf 1,4 Mio.

Ebenfalls zugenommen hat die Zahl der Baschkiren, Avaren, Aserbaidschaner, Osseten, Kabardiner, Usbeken, Tadschiken und Türken im Land.

Deutsche und Juden werden immer weniger


Besonders geschrumpft sind in den letzten zwei Jahrezehnten hingegen die Gemeinschaften der Ukrainer, Tataren, Tschuwaschen, Weißrussen, Deutschen und Juden, so die Zeitschrift „Demoskop“ in ihrer Analyse.

Bei Russland-Aktuell
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• Petersburg erstellt Karte von Gastarbeiter-Unterkünften (24.01.2012)
• In Moskau leben offiziell 11,5 Millionen Menschen (21.12.2011)
• Volkszählung: Große Schummelei und wenig Nutzen (27.10.2010)
• Straßenumfrage: Glauben Russen der Volkszählung? (22.10.2010)
Allerdings spielt bei diesen Verschiebungen nicht nur die Zu- und Abwanderung und die Geburtenrate der einzelnen Nationalitäten eine Rolle, sondern vor allem das Selbstempfinden der Menschen: Bei den russischen Volkszählungen wird die nationale Zugehörigkeit der Befragten einzig aufgrund deren eigenen Aussagen definiert.

Nach dem Ende der Sowjetunion erwachte auf diese Weise bei vielen Menschen, die sich bis dato als Russen bezeichnet hatten, eine nationale Ader ihrer Vorfahren. Allerdings kann dieser Effekt – vor allem bei folgenden Generationen – auch wieder verschwinden.

Emigration spielt allerdings dennoch die Hauptrolle beim Rückgang der Zahl der (Russland-)Deutschen von 842.000 auf 394.000 und die der Juden von 537.000 auf 157.000 im Jahr 2010. Diese beiden "Nationalitäten" gehören in Russland auch zu jenen mit dem höchsten Altersdurchschnitt.

Volkszählungen "übersehen" Gastarbeiter


Die Urheber der Studie legen Wert auf die Feststellung, dass die russischen Volkszählungen nicht in der Lage sind, die nach Russland als Gastarbeiter (oft nur auf Zeit) eingewanderten Menschen zu erfassen. Während Daten von „Zählungsverweigerern“ aus der ortsansässigen Bevölkerung anschließend aus den Melderegistern ergänzt werden, bleiben die Arbeitsmigranten im Dunkeln.

Zwar haben Kirgisen, Tadschiken und Usbeken prozentual in den Daten die höchsten Zuwachsraten, vor allem zwischen den beiden letzten Volkszählungen 2002 und 2010.

Laut Statistik nur 600.000 Menschen aus Mittelasien im Land


Doch dem Volkszählungsergebnis zufolge lebten vor zwei Jahren gerade einmal 290.000 Usbeken, 200.000 Tadschiken und 104.000 Kirgisen in ganz Russland - Schätzungen zufolge sind es einige Millionen. Und in Moskau müsste der Anteil der russischen Bevölkerungsgruppe in den Nuller-Jahren den Daten zufolge sogar leicht gestiegen sein.

„Ein einfacher Blick auf die Straße beweist, dass dies so nicht stimmen kann“, so die Autoren der Studie.



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Cello 27.11.2012 - 11:15

Emigration als Hauptrolle

Dieser Abschnitt bestaetigt doch eindeutig, dass Russland fernab ueber eine zivilisierte Infrastruktur verfuegt. Weshalb wohl emigrieren speziell (Russland)Deutsche und Juden? Die Antwort liegt auf der Hand. (Russland)Deutsche bevorzugen mit Bestimmtheit den Aufenthaltsort in der Naehe ihrer Verwandten, Kinder und Bekannten und wo lebt den der Grossteil dieser? Bin mir nahezu zu 100% sicher, dass diese eher in den westlichen Teritorien zu finden sind. Nun kann man sich auch fragen, weshalb sie den eher die westlichen Teritorien bevorzugen und auch da liegt die Loesung ebenfalls auf der Hand und nennt sich \"intakte Grundinfrastruktur\" mit allem was rundum dazu gehoert. Und diese Werte wissen auch die Juden zu schaetzen, obwohl ab und an mal eine \"Bombenstimmung\" herrscht in Israel.


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