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Gummipanzerm, Gummiraketen, Gummibomber - ist die russische Armee nicht mehr als eine gigantische Attrappe? (Foto: newsru.com)
Gummipanzerm, Gummiraketen, Gummibomber - ist die russische Armee nicht mehr als eine gigantische Attrappe? (Foto: newsru.com)
Donnerstag, 21.07.2011

England amüsiert sich über Russlands Gummiarmee

London. Russland ist gar keine militärische Großmacht – statt furchteinflößenden Raketen und Panzern sind die Waffen alle aus Gummi. Zu diesem Schluss kommt ein „Enthüllungsartikel“ der englischen Zeitung The Daily Mail.

„Ein neuer Weltkrieg ist nicht zu befürchten“, schreibt das Blatt, „denn die Rote Armee betet lediglich den Gummigott an, und ihr Arsenal ist bis obenhin voll mit aufblasbarem Militärgerät.“ Der ganze Text strotzt vor spöttischen Repliken, und die begleitenden Bilder unterstreichen dies:

Panzer mit schlappem Rüssel


Da ist ein Panzer mit einer Kanone zu sehen, aus der die Luft raus ist und die gleich einem Elefantenrüssel schlaff auf der Erde liegt. Auf einem anderen Bild zieht ein Soldat einen Kampfbomber „an der Nase“, ein drittes zeigt die Attrappe einer Abwehrrakete, die in der Mitte einknickt.

Die „russische Gummimacht“ bereitet dem Verfasser des Hohnartikels sichtlich Freude: Warum einen T-60-Panzer für 600.000 Pfund kaufen, wenn es für 3.700 einen aus Gummi gibt, fragt sich der Journalist. Und Platz spart die russische Armee auch noch, denn wenn die Luft raus ist, passen die Panzer, Raketen und Jagdflugzeuge ganz in einen Armeesack.

Nur die Pumpe anwerfen


Russland sei ja so stolz auf seine ganzen modernen Waffen, aber in Wirklichkeit sei es damit nicht weit her, seit Gummiausrüstung in die Armee Einzug gefunden habe. Ist ja auch bequem: „Wenn es heißt: „An die Waffen!“, muss nur die Pumpe angeworfen werden, und in ein paar Minuten steht ein ganzer Raketenkomplex.“

Bei Russland-Aktuell
• Armee: Aufblasbare Raketen sollen Gegner verwirren (23.08.2010)
• Zwei Testpiloten bei MiG-Absturz ums Leben gekommen (24.06.2011)
• Moskauer Militärparade: Viel Fußgänger, wenig Fluggerät (09.05.2011)
• Medwedew: Berufsarmee erst in 10 bis 15 Jahren (04.04.2011)
• Aufrüstung der russischen Armee schon gescheitert? (02.03.2011)
Die Zeitung erwähnt die Firma „Rusbal“, die seit 1995 solches „Spielzeug“ an die russische Armee liefert. Das Unternehmen macht auch keinen Hehl daraus und stellt seine Produktion auf der hauseigenen Webseite zur Schau. Im August 2010 bekam Rusbal ganz offiziell einen umfangreichen Auftrag vom russischen Verteidigungsministerium.

Gummitechnik taugt nicht als Lehrmaterial


Auch in Russland ist die neue „Bewaffnung“ nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass die Attrappen die fehlende Modernisierung der Armee wie die Ausstattung mit Digitaltechnologien und die Einführung eines einheitlichen Lenkungssystems kaschieren. Außerdem rechtfertige die „Gummitechnik“ nicht die dafür aufgewendeten Kosten.

An den aufblasbaren Panzern sei die Ausbildung nicht viel wert, für die sie angeschafft werden, heißt es unter anderem. Ein „richtiges Kampffahrzeug“ sei durch nichts zu ersetzen. Das Argument, der Gegner könnte mit Gummiwaffen in die Irre geleitet werden, könne auch nicht gelten, weil moderne Ortungsgeräte sehr wohl Metall und Gummi unterscheiden.

Die „Nesawissimaja Gaseta“ merkt an, dass Attrappen zwar eine Lebensberechtigung in der Armee haben, aber nur sporadisch zum Einsatz kommen sollten. In Russland sei ihre massenhafte Anwendung dagegen „völlig unzweckmäßig“.

„Man darf den Gegner auf keinen Fall für einen Idioten halten, denn der ist er noch nie gewesen“, so das Fazit der Zeitung.



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stubengeist 24.07.2011 - 13:41

Vertraute Sprüche

Vertraute Sprüche.Die damalige Antwort, überall wo wir sie trafen, haben wir sie abgeschossen.(Joseph Goebbels)


jich 21.07.2011 - 15:02

Vor etwa einem Jahr

habe ich auf inosmi.ru einen ähnlichen englischen Artikel über Gummiattrappen gelesen. Die dazugehörigen Kommentare der Russen sind immer lustig zu lesen.

Im Grunde kann man Georgiern, Polen, Balten, Tschechen, Rumänen, Briten und Amerikanern sehr ans Herz legen solche Artikel öfter zu lesen und zu schreiben. Humor hilft gut gegen Paranoia.


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