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| Die Präsidentenmaschine von Lech Kaczynski stürzte am 10. April beim Landeanflug auf Smolensk ab. Alle 96 Insassen kamen ums Leben (Foto: TV) | |
Montag, 07.06.2010
Kaczynski-Absturz: Milizionäre als Leichenfledderer?
Smolensk. Der Flugzeugabsturz des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski birgt einen neuen Skandal: Warschau erklärt, dass russische OMON-Polizisten die Kreditkarten der Leichen zu einem Einkaufsbummel missbrauchten.
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Vier Angehörige der Sonderpolizei OMON seien wegen des Verdachts auf Kreditkartendiebstahls festgenommen worden, erklärte die Sprecherin des polnischen Inlandsgeheimdienstes ABW Katarzyna Koniecpolska-Wróblewska. Ihren Angaben nach haben die Männer Kreditkarten des Gedenkstättenministers Andrzej Przewoznik am Absturzort gestohlen und später in Smolensk zum Geldabheben benutzt.
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1.500 Euro vom Konto verschwunden Die ABW-Sprecherin sagte, dass es sich um Polizisten handle, die den Unglücksort bewachen sollten. Zuvor hatte Przewozniks Witwe Alarm geschlagen. Ihren Angaben nach haben die Räuber insgesamt 6.000 Zloty (rund 1.500 Euro) abgehoben. Das erste Mal seien die Täter direkt am Absturztag, dem 10. April aktiv geworden. Am 11. und 12. April hätten sie nochmals Geld abgehoben.
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Polnische Medien berichten, dass auch andere Absturzopfer beraubt wurden. Die polnische Staatsanwaltschaft hat zumindest im Fall Przewoznik Ermittlungen eingeleitet. Über eine Verhaftung der Täter in Russland sei aber noch nichts bekannt, teilte ein Behördensprecher mit.
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Russischer Geheimdienst schweigt, Polizei wettert Der russische Geheimdienst FSB hüllt sich in Schweigen. Bisher gibt es weder beim FSB, noch beim Ermittlungskomitee der Staatsanwaltschaft irgendwelche offiziellen Kommentare zu Verhaftungen.
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Die russische Milizführung hingegen ist von der Unschuld ihrer Mitarbeiter überzeugt. Sie dementierte alle Verhaftungen. Niemand sei wegen der Nutzung einer polnischen Kreditkarte in Smolensk verhaftet worden, sagte der Sprecher des Smolensker Innenministeriums Alexej Kurzew. Es handle sich wohl um eine Ente, vermutet er.
Das russische Innenministerium bezeichnete die Anschuldigungen gegen die eigenen Beamten gar als „blasphemisch und zynisch“. Verhaftungen habe es nicht gegeben, weil es keine Verfehlungen gab, so die Aussage.
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Operatives Handeln der russischen Behörden gelobt Insgesamt waren rund 1.000 russische Milizionäre mit der Absperrung des Absturzortes beauftragt. Neben der Sonderpolizei OMON wurden auch gewöhnliche Milizionäre und sogar Verkehrspolizisten eingesetzt. Allgemein wurden die Aktionen der russischen Behörden nach der Flugkatastrophe als positiv bewertet. Vier Smolensker Beamte wurden im Mai sogar mit einem polnischen Orden ausgezeichnet.
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Doch ganz unbefleckt ist die Uniform russischer Polizisten nicht. Bei einem Flugzeugunglück 2008 in Perm gab es schon einmal einen Skandal um Leichenfledderei. Damals wurden am Absturzort tausende Gegenstände eingesammelt und zunächst in der Asservatenkammer gelagert.
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Als die Angehörigen der Absturzopfer die Sachen identifizieren sollten, stellte sich heraus, dass alle Wertgegenstände gestohlen worden waren. Später wurden deswegen zwei Milizoffiziere entlassen. Einer erhielt eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren.
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