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Der Klipper verlässt die Erde in Richtung Mond. Bislang nur eine Fiction, ab 2015 Realität? (Bild: Energija)
Der Klipper verlässt die Erde in Richtung Mond. Bislang nur eine Fiction, ab 2015 Realität? (Bild: Energija)
Donnerstag, 26.01.2006

Russland will ständige Mondbasis errichten

Moskau. Russland werde bereits in zehn Jahren eine ständige Mondbasis errichten. Danach beginne die industrielle Ausbeutung des Erdtrabanten, kündigte der Chef des Raketenbauers „Energija“, Nikolai Sewastjanow, an.


Bis 2015 soll ein funktionierendes Transportsystem zur Beförderung des Isotops Helium-3 geschaffen werden. Auf der Erde gibt es praktisch keine Vorkommen von Helium-3, auf dem Mond hingegen sehr große Vorräte. Helium-3 könne als Energieträger in künftigen Atomfusions-Reaktoren eingesetzt werden, glauben Wissenschaftler. Die Helium-3-Vorräte auf dem Mond könnten die Energieprobleme der Erde für mehr als 1.000 Jahre lösen.

Im Wettlauf mit den USA


Die Ausbeutung der Helium-3-Vorräte auf dem Mond ist ein sehr ambitioniertes Projekt. Sewastjanow verspricht dessen Realisierung nun bereits bis 2015. Der Aufbau einer ständigen Mondbasis Russlands würde damit fünf Jahre eher erfolgen, als dies die Amerikaner planen und just in dem Jahr, in dem die USA die Wiederaufnahme der Mond-Flüge planen. Für die Versorgung der Station mit Menschen und Material sowie den Rohstofftransport auf die Erde sollen das Raumschiff „Klipper“ und die Raumfähre „Parom“ eingesetzt werden. Beide Transporter gibt es freilich bisher nur auf dem Papier.

Kein Geld für den Klipper


Bei Russland-Aktuell
• Europäer uneins über Beteiligung an Klipper (09.12.2005)
• Zwei Raumfahrtpannen an einem Wochenende (10.10.2005)
• Russland bringt ab 2009 Kosmos-Touristen zum Mond (19.08.2005)
• Russlands Alternative zum Shuttle heißt Klipper (28.07.2005)
• Russischer Ersatz für US-Shuttles erst ab 2012 (28.07.2005)
Für die Produktion des „Klipper“, den der Konzern „Energija“ entwickeln möchte, ist derzeit auch noch kein Geld da. Zwar hat das russische Kosmos-Programm für Forschungen in dem Bereich zehn Mrd. Rubel (300 Mio. Euro) bereitgestellt. Dies ist jedoch gerade mal ein Drittel der geschätzten Entwicklungskosten.

Den Rest will Roskosmos von anderen Investoren, u.a. aus Europa eintreiben. Doch die ESA-Länder streiten noch über eine Beteiligung an dem Projekt. Immerhin, ESA-Chef Jean-Jacques Dordain glaubt, dass bis Juni eine positive Entscheidung fallen werde.

Dies wäre ein wichtiger erster Schritt zur Realisierung der hochfliegenden Pläne Sewastjanows. Der „Energija“-Chef ist bekannt für seine Ambitionen, den Weltraum zu erobern. Noch vor der Fertigstellung einer ständigen Mondbasis will er Touristen auf den Mond schießen. Die Zukunft dieses Plans steht wegen Geldschwierigkeiten freilich noch genauso in den Sternen wie das neueste Projekt.

(ab/.rufo)


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