 |
|
| Russische Raum-Yacht | |
Freitag, 19.08.2005
Russland bringt ab 2009 Kosmos-Touristen zum Mond
Moskau. Die russische Kosmosagentur hat hochfliegende Pläne mit zahlungswilligen Touristen. Sie will sie ab 2009 zum Mond schießen. Wieviel ein Spaziergang auf dem Erdtrabant kostet, steht aber noch in den Sternen.
|
|
Die russische Weltraumagentur Roskosmos will den Weltraumtourismus wieder beleben. Nachdem der Amerikaner Dennis Tito vor vier Jahren und der Südafrikaner Mark Shuttleworth vor drei Jahren die unendlichen Weiten erkundeten, musste das Touri-Programm nach dem Columbia-Absturz vorübergehend eingestellt werden. Die Sojus-Raumschiffe mussten anstelle der US-Shuttles für die Versorgung der Internationalen Raumstation ISS einspringen – ohne dass die Nasa dafür bezahlte.
|
Mondumrundung ab 2009, Mondspaziergang ab 2012
Roskosmos bietet den USA jetzt an, als Shuttle-Ersatz notfalls die alten Sojus zum Stückpreis von 65 Mio. USD (53 Mio. Euro) aufzukaufen.
Eine der wichtigen Einkommensquellen für Roskosmos könnte aber das Geld zahlungskräftiger Weltraumtouristen werden. Roskosmos die Kundschaft nun mit neuen Angeboten locken.
So sollen bereits ab 2009 Mondumrundungen ins Programm aufgenommen werden. Ab 2012 sei sogar die Landung auf dem Erdtrabanten möglich, teilte Nikolai Sewastjanow, Chef des russischen Raketenbauers „Energija“, am Donnerstag auf der Luftfahrt-Ausstellung MAKS mit.
|
Für die Besichtigungstour einmal rund um den Mond gibt es bereits feste Preise. 100 Mio. USD (80 Mio. Euro) kostet der zwölftägige Trip. Dafür werden die Reisenden erst mit einem Sojus-Raumschiff auf die Internationale Raumstation, ISS, gebracht.
Dort sollen sich die Touristen an das Leben im All gewöhnen. Anschließend werden sie mit Hilfe der Sojus und eines Beschleunigungsmoduls nicht auf, aber zumindest um den Mond geschossen.
Klipper für den Touristentransport
Noch phantastischer klingen freilich die Pläne für eine Landung auf dem Erdtrabanten. Doch mit dem Geld ausländischer Milliardäre soll sich dieser Traum schon bald erfüllen.
Für den Ausflug soll entweder ebenfalls die alt gediente Sojus oder aber das neu zu entwickelnde russische Raumschiff Klipper genutzt werden. Bis 2012 soll der Klipper fertig sein, versprach Sewastjonow.
Sollte die Sojus zum Einsatz kommen, müssten die Weltraumkonstrukteure noch einen speziellen Landeapparat entwickeln, weil die Geschwindigkeit und Belastung bei der Rückkehr vom Mond erheblich höher ist, als beim Eintauchen nach einem Aufenthalt in der Erdumlaufbahn. Alle anderen Teile einschliesslich des Beschleunigungsmoduls DM-3 haben sich bereits bewährt.
Dass die Reisenden nach der Landung auch den Mann im Mond zu Gesicht bekommen, wollte Sewastjonow freilich nicht versprechen. Dies bleibt weiterhin nur eine Phantasie des Filmpioniers Georges Mélies (1861 – 1938).
(ab/.rufo)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>