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Symbol der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (Foto: NTW)
Symbol der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (Foto: NTW)
Donnerstag, 15.06.2006

Iran bittet Shanghai-Gruppe um Schutz vor dem Westen

Moskau. In Shanghai hat Putin Irans Präsident Ahmadinedschad seine grundsätzliche Unterstützung bei der Entwicklung eines friedlichen Atomprogramms zugesichert. Ahmadinedschad bat um Schutz vor der Hegemonie des Westens.

Schon vor dem Beginn des Gipfels hatte Irans Präsident für Aufsehen gesorgt, als er um Aufnahme in die „Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit” (SOZ) bat. Ahmadinedschad verspricht sich davon offenbar diplomatische Unterstützung des Blocks in seinem Bestreben, sein Atomprogramm weiter zu entwickeln.

Grundsätzliche Unterstützung, doch Sicherheiten gefordert


Bei einem ersten bilateralen Treffen im Rahmen des Shanghai-Gipfels hatte Russlands Präsident Wladimir Putin seinem iranischen Amtskollegen schon einmal grundsätzliche Unterstützung zugesichert. Jedes Land – darunter auch der Iran – habe das Recht auf die Nutzung ziviler Atomenmergie, sagte Putin. Dabei müssten jedoch die Bedenken der Weltgemeinschaft völlig ausgeräumt werden, fügte er hinzu.

Neu ist dieser Standpunkt Russlands nicht, dennoch kommt die Aussage der Führung in Teheran gelegen, versichert Teheran doch stets die Friedfertigkeit seines Programms. Irans Staatspräsident bat schon zuvor die Sechser-Gruppe der Shanghai-Staaten – neben Russland und China zählen die mittelasiatischen GUS-Staaten Kasachstan, Tadschikistan, Usbekistan und Kirgisien dazu – darum „sich der Hegemonie des Westens in den Weg zu stellen“.

Zusammenarbeit im Energiesektor


Bei Russland-Aktuell
• „Shanghai Gruppe“: Iran drängt in den "Ost-Block" (14.06.2006)
• Verhandlungsbereitschaft Irans ein Erfolg Russlands (08.06.2006)
• Shanghai Gruppe: Iran kein Terrorstaat (07.06.2006)
• Shanghai: Beitritt Irans nicht auf der Tagesordnung (15.05.2006)
• Georgien denkt laut über GUS-Austritt nach (04.05.2006)
Im Gegenzug bot er die Zusammenarbeit des Irans mit der Shanghaier Organisation im Energiebereich an. Iran ist eines der ölreichsten Länder Welt. Von einer Kooperation würde in erster Linie das rohstoffarme China profitieren. Doch auch Russlands Präsident Putin scheint der Idee nicht abgeneigt.

„Ich halte die Frage über die Schaffung eines Energieclubs der SOZ sowie die Ausweitung der Zusammenarbeit in der Transport- und Kommunikationssphäre für aktuell. Russland überlegt die Möglichkeit, einzelne Projekte im Bereich der Wirtschaft mit Krediten zu finanzieren“, sagte der russische Präsident bei der Eröffnung des Gipfels.

Russland will Gewicht in Shanghai-Gruppe anheben


Die Kredite, die in erster Linie an die ärmeren GUS-Staaten, wie z..B. Usbekistan, zu gute kommen, sollen das Gewicht Russlands in dem Ostblock heben. Bislang bestimmt eher China den Kurs der Organisation.

Die SOZ feiert in Shanghai ihr fünfjähriges Bestehen. Ziel der Gruppe ist es vor allem, den Einfluss der Vereinigten Staaten in der Region zu minimieren. Daher hat sich Putin auch offen gegen die Schaffung ähnlicher Organisationen in der Asiatisch-Pazifischen Region - möglicherweise unter dem Einfluss der Vereinigten Staaten – ausgesprochen.

Misstrauen zwischen Ost und West


Die US-Führung beäugt die Aktivitäten der Shanghai-Gruppe daher auch mit großem Argwohn. Besonderes Misssfallen rief die Beteiligung des Iran an dem Gipfel hervor. US-Verteidigungsminister Rumsfeld kritisierte, es sei unklar, „warum eine Organisation, die ihre Absage an alle Formen von Terrorismus deklariert, auf ihre Sitzung einen der Terror-Hauptsponsoren der Welt“ rufe.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Der nach dem Blutbad von Andischan im Westen geächtete Führer Usbekistans, Islam Karimow (Islom Karimov), erklärte bei seiner Ankunft in Shanghai: “Wir sind uns einig darin, alle Versuche, unseren Ländern von außen westliche Standards der Demokratisierung und der gesellschaftlichen Entwicklung aufzuzwingen, entgegen zu wirken.”

Zwar will die SOZ nicht als Gegenstück der NATO gelten, sieht sie ihre Zusammenarbeit doch eher auf dem wirtschaftlichen Sektor. Dennoch sind die Mitglieder bestrebt sich in ihrer Region als eine eigene politische Ordnungsmacht zu etablieren.

(-ab/.rufo)


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