Gebaut wird in Sotschi - allerdings hat das wenig mit Olympia zu tun (Foto: Ballin/.rufo)
Mittwoch, 03.06.2009
Kreml spart bei Vorbereitung auf Olympia in Sotschi
Sotschi. Russlands Regierung kürzt den Haushalt für die Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi um fast 500 Mio. Euro zusammen. Ein Finanzierungsloch sei trotzdem nicht zu befürchten, versichern die Behörden.
In Sotschi ist man von Olympia schon lange nicht mehr überzeugt. Direkt nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die Spiele 2014 nach Sotschi zu verlegen, gab es einen wahren „Hype“ auf Grundstücke in und um den Schwarzmeerkurort herum. Am Ende setzten sich durch, wer „Beziehungen“ hatte; am besten direkt in den Kreml.
Keine Euphorie in Sotschi
Die Einwohner von Sotschi hingegen sind meist leer ausgegangen, einige mussten sogar ihre Häuser räumen, um Platz zu schaffen für „Olympia-Objekte“. Von denen ist aber bisher in der Stadt nichts zu sehen. Statt dessen sind eine Reihe von Luxus-Appartments in Strandnähe entstanden.
Bei der Suche nach Sponsoren für das Sportereignis hat sich die Regierung in der Vergangenheit ebenfalls schwer getan. Bei den Großsponsoren mussten zumeist staatliche Unternehmen wie Rostelekom, Rosneft und Sberbank einspringen. Die Regierung musste zudem Schwierigkeiten einräumen, bei Bauten, die von privaten Investoren übernommen werden sollten. Viele Objekte sind im Verzug.
Umso erstaunlicher kommt jetzt die Mitteilung, dass die Regierung das Budget für Olympia, da angeblich von privater Seite aus mehr in die Olympischen Objekte investiert werde. Vize-Premier Dmitri Kosak erklärte, dass aus dem föderalen Haushalt 20 Mrd. Rubel (470 Mio. Euro) weniger in die Olympiavorbereitungen investiert werden als geplant. Sein Kollege Alexander Schukow will in den nächsten beiden Jahren knapp 3 Mrd. Rubel für das Organisations-Komitee einsparen. Und die Sparwut könnte sogar noch weiter gehen:
„Vorläufige Untersuchungen haben gezeigt, dass wir aus dem föderalen Haushalt zwischen 2009 – 2014 nicht weniger als 20 Mrd. Rubel einsparen können. Es gibt noch Möglichkeiten, die Ausgaben zu optimieren. Ich bin sicher, dass diese Varianten zur Ausgabenoptimierung in Kürze öffentlich gemacht werden und im Maßstab noch deutlich höher sein werden“, sagte Kosak.
Privatinvestoren springen ein
Insgesamt liegt der Aufwand für die Olympiavorbereitung offiziellen Schätzungen nach bei rund 200 Mrd. Rubel (4,7 Mrd. Euro), wobei bislang der Staat die größere Rolle bei der Finanzierung auf sich nehmen wollte – 118 Mrd. Rubel (3 Mrd. Euro). Am Gesamtbudget werde sich nichts ändern, versprach Kosak, da Privatinvestoren nun verstärkt in die Bresche springen.
Unklar ist noch, welche Investoren derzeit das nötige Kleingeld haben, um sich für Olympia zu engagieren. Die Regierung stellte klar, dass es sich dabei nicht um staatliche Holdings handle. Allerdings gibt es eine Reihe großer Unternehmen, die offiziell nicht staatlich sind, aber als „staatsnah“ gelten (Bsp. Surgutneftegas, Lukoil) und ihre Unternehmenspolitik oft mit dem Kreml abstimmen.
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