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Das Bild sollte eigentlich der Vergangenheit angehören, doch nach dem Terroranschlag könnte sich die Gangart der Militärs in Tschetschenien wieder verschärfen (Foto: Tutow/.rufo)
Das Bild sollte eigentlich der Vergangenheit angehören, doch nach dem Terroranschlag könnte sich die Gangart der Militärs in Tschetschenien wieder verschärfen (Foto: Tutow/.rufo)
Mittwoch, 22.04.2009

Terror in Tschetschenien nach Ende des Antiterrorkriegs

Grosny. Der Antiterrorkrieg in Tschetschenien ist offiziell beendet, der Terror geht weiter. Ein Anschlag widerlegt Präsident Kadyrows Aussage, in der Republik sei die Lage ruhig und stabil. Drei Soldaten kommen ums Leben.

Nahe der Ortschaft Bamut im Kreis Achtschoi-Martan (westlich von Grosny) wurde ein Armee-Lkw beschossen. Der Lkw hatte Wasserzisternen an Bord. Die drei Soldaten, die den Lastwagen fuhren, kamen bei dem Anschlag ums Leben.

Soldaten ermordet und ausgeraubt


Die Täter hatten sich vermutlich in einem verlassenen Gebäude am Rande der Ortschaft versteckt. Als das Armeefahrzeug vorbeifuhr eröffneten sie das Feuer. „Ein Sergeant und zwei Soldaten starben an den erlittenen Verletzungen. Ihre Waffen wurden ihnen geraubt“, teilte ein Armeesprecher mit.

Bei Russland-Aktuell
• Tschetschenien: Terrorkampf beendet, Kämpfe fortgesetzt (17.04.2009)
• Anti-Terror-Krieg in Tschetschenien beendet (16.04.2009)
• Dubai beschuldigt Delimchanow an Jamadajew-Mord (06.04.2009)
• Tschetschenischer Ex-Feldkommandeur von Killer getötet (30.03.2009)
• Zu teuer? Tschetschenien wird für befriedet erklärt (26.03.2009)
Zwar versuchte ein mobiles Einsatzkommando des Verteidigungsministeriums, das die Schüsse gehört hatte, die Terroristen zu stellen, doch den Tätern gelang die Flucht. Bislang ist die Suche nach ihnen ergebnislos verlaufen.

Anti-Terror-Krieg vor einer Woche offiziell beendet


Erst vor sechs Tagen hatte Moskau offiziell den Anti-Terror-Krieg in der russischen Teilrepublik für beendet erklärt – zehn Jahre nach dem Einmarsch russischer Truppen in Tschetschenien. Vor allem Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow hatte immer wieder drauf gedrängt.

Böse Zungen behaupten, ihm sei mehr als allen anderen daran gelegen, dass sich die föderalen Truppen in ihre Kasernen zurückziehen. Auf diese Weise könne er sich die alleinige Macht in Tschetschenien sichern. Nach den Morden an den Jamadajew-Brüdern gibt es innerhalb Tschetscheniens keine von Kadyrow unabhängige Machtbasis mehr

Kadyrow sieht Tschetschenien als befriedet an


Kadyrow argumentiert hingegen mit der sich normalisierenden Lage im Kaukasus. Tschetschenien sei inzwischen ein Föderationssubjekt, wie alle anderen Republiken, Gebiete und Kreise auch, sagte er. Die Gruppierungen von Untergrundkämpfern seien vollständig zerschlagen, behauptete Kadyrow erst vor wenigen Tagen. Die Lage in der Republik sei stabil und könne durch nichts erschüttert werden.

Offenbar ist das Verteidigungsministerium da anderer Meinung. Erst vor zwei Tagen hatte der operative Stab der Kaukasus-Truppen in zwei Regionen Tschetscheniens erneut den Anti-Terror-Krieg ausgerufen. Begründung: Die Untergrundkämpfer seien wieder aktiver geworden, größere Sabotageakte seien geplant.

Allerdings gehörte der Kreis Achtschoi-Martan, wo sich der Anschlag nun ereignete, nicht zu den als gefährlich eingestuften Gebieten. Eine ganz normale russische Region ist Tschetschenien noch lange nicht. Das Attentat ist ein überflüssiger Beweis dafür.



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