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| Auftrieb für den Fährverkehr nach Russland durch Fallen der Visabarriere erwartet (Foto: Silja Line) | |
Montag, 22.09.2008
Drei Tage Visafreiheit für Fährtouristen in Russland
Moskau. Visafreiheit für Dampfer-Tagestouristen in Russland? Bis Jahresende wollen die Gesetzgeber dafür die rechtliche Basis schaffen. Von der Maßnahme profitiert in erster Linie St. Petersburg, eventuell auch Kaliningrad.
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Für 72 Stunden sollen Fähr-Touristen in Russland von der Visapflicht befreit werden. Ein entsprechendes Gesetz hat die Duma bereits am Freitag in erster Lesung abgesegnet.
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Nach Angaben russischer Medien soll das Gesetz bis zum Jahresende nicht nur alle drei Lesungen im Unterhaus des russischen Parlaments durchlaufen, sondern auch vom Föderationsrat bestätigt und vom Präsidenten unterzeichnet worden sein.
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Auftrieb für Passagierfähren Bislang kommen nur Reisende von Kreuzfahrtschiffen in den Genuss der kurzzeitigen Visafreiheit. Diese dürfen sich an Land allerdings auch nur in Gruppen und in Begleitung eines Reiseleiters bewegen.
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Sollte das Gesetz tatsächlich in seiner derzeitigen Fassung in Kraft treten, würde dies einen enormen Auftrieb für Passagierfähren nach Russland. Bislang waren vor allem die Schwierigkeiten bei der Visaerteilung der größte Hemmfaktor für die Entwicklung des Geschäfts.
Mehrere Fährlinien haben in der Vergangenheit wegen mangelnder Nachfrage den Betrieb wieder eingestellt, u.a. Silja Line und Tallink. Silja Line hatte bis 2005 von Rostock aus die Newa-Metropole mit der „Finnjet“-Fähre angesteuert, die Linie aber wegen Unrentabilität geschlossen.
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St. Petersburg hofft auf 350.000 – 400.000 Fährtouristen Profitieren soll von der Neuerung auch St. Petersburg. Die „Meeres-Hauptstadt“ Russlands, wie sich St. Petersburg selbst gern bezeichnet. „Wir erwarten ein steigendes Interesse an Seereisen nach Russland durch die Annahme des Gesetzes, denn bisher waren Visa der bedeutendste Hemmfaktor für die Entwicklung dieser Reiseströme“, erklärt Wladimir Malik, Generaldirektor des Seehafens.
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350.000 – 400.000 Fährtouristen pro Saison erhofft sich St. Petersburg auf diese Weise. Damit würde sich auch das 7 Mrd. Rubel (200 Mio. Euro) teure Prestigeprojekt „Morskoi Fassad“ – ein Passagierterminal auf der Wassili-Insel, der von der Stadtregierung finanziert wird – rechnen. „Lobbyistin“ Valentina Matwijenko hat ja bekanntlich gute Beziehungen in den Kreml.
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Von der Regelung könnte aber auch Kaliningrad profitieren. Immer noch ist das ehemalige Ostpreußen eine beliebte Region für „Schnuppertouristen“ aus Deutschland und Europa. Eine Fährlinie könnte die Besucherströme deutlich anheben.
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