Moskau. Die russische Staatsduma berät am Mittwoch über eine Verschärfung der Strafen für Kinderschänder. Diskutiert wird über die Einführung einer chemischen Kastration.
"2008 wurden in Russland 1.300 Kinder Opfer sexueller Gewalt, 5.233 wurden Opfer sexuellen Missbrauchs ohne Gewaltanwendung. 50 Prozent aller Sexualverbrechen werden gegen Minderjährige verübt", erklärt der Autor der Gesetzesinitiative Anton Beljakow von der Partei "Gerechtes Russland".
Seiner Ansicht nach gibt es für Kinderschänder nur zwei mögliche Strafen: entweder lebenslange Haft oder Kastration (ebenfalls verknüpft mit langjähriger Gefängnisstrafe). Beljakow verweist auf die hohe Rückfallquote von Tätern. Diese liegt seinen Angaben nach bei 97 Prozent.
Chemische Kastration bedeutet, dass den Tätern eine modifizierte Form von Testosteron gespritzt wird. Diese führt zu einer vollständigen Unterdrückung des Sexualtriebs bei Männern.
Über die Perspektiven deutsch-russischer Zusammenarbeit diskutierten am 11.3. in Moskau Ex-Kanzler Gerhard Schröder und der Vizevorsitzende der Deutsch-Russischen Aussenhandelskammer, Alexej Mordaschow und einige hundert Unternehmer, moderiert vom Vorsitzenden des deutsch-russischen Forums, Ernst-Jörg von Studnitz. (Topfoto: Mrozek/.rufo)