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Und Raissa war im Hintergrund immer mit dabei - so auch auf dem Titelbild des neuen Buches von Michail Gorbatschow (Foto: lj.com)
Und Raissa war im Hintergrund immer mit dabei - so auch auf dem Titelbild des neuen Buches von Michail Gorbatschow (Foto: lj.com)
Mittwoch, 14.11.2012

Gorbatschow präsentiert Buch - mit Kritik am Kreml

Moskau. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Buchautor seit Jahren hat sich Ex-Sowjetpräsident Michail Gorbatschow (81) als Politiker feiern lassen, der die Welt veränderte.

«Das Wichtigste, das ich mir zuschreiben kann: Für Russland gibt es nach der Perestroika kein Zurück mehr», sagte der Friedensnobelpreisträger bei der Präsentation seines Erinnerungsbands «Najedine s soboi» («Mit sich allein») am Dienstagabend in einer Buchhandlung am Kreml.

Der geistige Vater von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) kritisierte erneut Staatspräsident Wladimir Putin und Regierungschef Dmitri Medwedew.

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• Geschichte Russland: Gorbatschow nimmt seinen Hut (25.12.2011)
• 20 Jahre nach dem Putsch: Sehnsucht nach Imperialem (19.08.2011)
«Die heutigen Machthaber wollen keine Antwort geben, welche Gesellschaft wir anstreben», sagte Michail Gorbatschow vor Hunderten Zuhörern. Der Politiker, der als einer der Wegbereiter der Deutschen Einheit gilt, signierte nach einer etwa einstündigen Diskussion noch drei Stunden lang das rund 700 Seiten dicke Werk.

Eingeständnis: Reformen kamen zu spät



In dem Buch mit einer Startauflage von 10.000 Exemplaren räumt Gorbatschow auch eigene Versäumnisse ein.

«Mit der Reform der Sowjetunion sowie der Umwandlung der KPdSU in eine moderne Partei waren wir zu spät dran, das waren die beiden großen Fehler», schreibt der in seiner Heimat umstrittene frühere Staatschef - und: "Ich bedauere noch immer, dass es mir nicht gelungen ist, das Boot, an dessen Steuer ich stand, in einen guten Hafen zu fahren."

Gorbatschow gilt in den Augen vieler Mitbürger bis heute als führungsschwacher Politiker und Hauptschuldiger am Zerfall der Sowjetunion.

Gorbatschow hatte nach dem Ende der Sowjetunion nur einmal ein politisches Comeback versucht: Bei der russischen Präsidentenwahl 1996 trat er noch einmal an - und bekam nur 0,5 Prozent der abgegebenen Stimmen.

(dpa)


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gerd 15.11.2012 - 11:25

@stoll

Eine unhöfliche Frage gestatten Sie mir bitte. Sind sie so beschränkt oder halten Sie alle anderen dafür?\\r\\nRussland gab es seit 1917 nicht mehr.\\r\\nDanach war es die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken bis 1989. Wo also waren es die Russischen Führer?\\r\\nDer grösste Schrecken dieser Zeit war Georgier (Stalin)unter den ihm folgenden waren genug andere Nationalitäten.\\r\\nIhre Kommentare sind höchsten für ein Klientel lesbar was sich leider heute noch beim Alpha Telefon alphabetisieren lässt


Stoll 15.11.2012 - 07:14

Ja, ja Herr Niemeier.
Natürlich hätte die Sowjetunion liebend gern die nun in Freiheit lebenden Völker und ihre Länder behalten. Ich schreibe bewusst behalten, doch gehört haben sie ihr nie. Diese Länder wurden mit Hilfe der roten Armee in die UdSSR gepresst, unter entsetzlichen Opfern dieser Völker. Lesen Sie doch mal etwas über den Widerstand in der Ukraine gegen die Vereinnahmung durch die Russen, der Jahrzehnte andauerte. Wie kann man da solch eine Meinung wie die Ihre vertreten. Der Hass gerade in den baltischen Staaten gegen die Russen ist heute noch sehr stark. Warum wohl ! Fast jedes Volk hatte und hat seine Freiheitskämpfer, die sich gegen die brutale Übernahme durch die Russen wehrten. Doch muss ich sagen, dass es immer die russischen Führer waren, die die russische Armee in Bewegung setzten und die Länder überfallen haben. Der russische Bauer wollte diese Kriege nie, sondern seine Scholle bestellen und zu Gott beten.


Uwe Niemeier 15.11.2012 - 06:45

... schauen Sie, Herr Stoll,

ich war jahrelang ein Fan von M. Gorbatschow - wie kann es auch anders sein, als ostelbischer Deutscher. Irgendwann begann dann meine Meinung zu kippen. Er hat unbestritten Verdienste in der Entwicklung der Gesellschaft (nicht nur der sowjetischen/russischen) und ohne ihn sähe die Welt heute anders aus (vermutlich schlechter). Aber alle Russen die ich persönlich kenne und mit denen ich \"politisiere\" bezeichnen ihn als \"Verräter\". Ich selber würde das nicht ganz so harsch formulieren, aber beim \"aushandeln der Kapitulationsbedingungen des Sozialismus\" hatte er schon erhebliche schwache Momente. Er hätte für Russland und die anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion 1989/1990 mehr herausholen können und, das wissen wir ja heute, der Westen war auch bereit mehr \"zu zahlen\". Aber wenn nichts gefordert wird ...


Stoll 15.11.2012 - 06:32

Ist Gorbatschow nicht auch ein Befreier der Ukraine, Kasachstan, Georgien und vieler weiterer Länder, die mit Gewalt in die Zwangsgemeinschaft UdSSR gepresst wurden. Dank Gorbatschow wurden die baltischen Staaten endlich wieder in die Freiheit entlassen. Das ist auch ein Ergebnis von Glasnost und Perestroika.


Stoll 15.11.2012 - 06:31

Ist Gorbatschow nicht auch ein Befreier der Ukraine, Kasachstan, Georgien und vieler weiterer Länder, die mit Gewalt in die Zwangsgemeinschaft UdSSR gepresst wurden. Dank Gorbatschow wurden die baltischen Staaten endlich wieder in die Freiheit entlassen. Das ist auch ein Ergebnis von Glasnost und Perestroika.


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