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Donnerstag, 28.01.2010
Beresowski und Kadyrow tauschen Mordvorwürfe aus
Moskau/London. Der russische Exil-Oligarch Boris Beresowski hat den Vorwurf des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow zurückgewiesen, er habe die Bürgerrechtlerin Natalja Estemirowa töten lassen. Beresowski erklärte, dass Kadyrow mit diesen Beschuldigungen von seiner eigenen Tatbeteiligung ablenken wolle.
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Kadyrow hatte gestern erklärt, Beresowski stehe nicht nur hinter dem Mord an der Memorial-Aktivistin Natalja Estemirowa, sondern habe auch den Tod der Journalistin Anna Politkowskaja und des flüchtigen FSB-Agenten Alexander Litwinenko auf dem Gewissen.
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Estemirowa war im Sommer 2009 ermordet worden. Zwei Männer hatten die Frau in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny auf offener Straße entführt. Später wurde die Leiche Estemirowas in einem Waldstück der Nachbarrepublik Inguschetien gefunden. Die Täter müssen also mit ihrem Opfer mehrere Straßensperren überwunden haben.
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Die Journalistin der Nowaja Gaseta Anna Politkowskaja wurde im Oktober 2006 vor ihrer Wohnung in Moskau ermordet. Der erste Prozess gegen die mutmaßlichen Mittäter des Mords ging verloren. Der mutmaßliche Haupttäter ist auf der Flucht. Die Hintermänner der Tat bleiben unbekannt.
Auch der Plutonium-Tod des nach London übergelaufenen FSB-Agenten Alexander Litwinenko wirft nach wie vor Fragen auf. Scotland Yard beschuldigt den russischen Geschäftsmann Andrej Lugowoi, Litwinenko vergiftet zu haben. Lugowoi streitet die Vorwürfe ab, Russland weigert sich - unter Berufung auf seine Verfassung - einen russischen Staatsbürger nach Großbritannien auszuliefern.
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Schon mehrfach hatten russische offizielle Stellen behauptet, dass hinter all den Morden der Exil-Oligarch Boris Bereswoski stecke. Ziel sei es, die politische Führung in Moskau zu diskreditieren.
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Nach Aussagen Kadyrows will Beresowski allerdings nicht Moskau, sondern ihm persönlich schaden. Beresowskis Ziel sei es, die Lage in Tschetschenien zu destabilisieren.
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Beresowski wies am Donnerstagmorgen in einem Interview bei Echo Moskaus die Vorwürfe Kadyrows zurück und bezeichnete sie als Ablenkungsmanöver. Zumindest Politkowskaja und Estemirowa galten als persönliche Feinde Kadyrows.
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