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Donnerstag, 14.06.2012

Morddrohung im Wald: Bastrykin entschuldigt sich

Moskau. Der Konflikt zwischen der „Nowaja Gazeta“ und Ermittlungskomitee-Chef Alexander Bastrykin ist ausgeräumt: Der Fahnder-Chef bat die Zeitung um Entschuldigung für seine „emotionale Explosion“.


Chefredakteur Dmitri Muratow nahm die auf einem Treffen Bastrykins mit führenden Pressevertretern vorgebrachte Entschuldigung mit einem Handschlag an. Der Konflikt sei beigelegt, der betroffene Vizechefredakteur Sergej Sokolow – der sich sicherheitshalber ins Ausland abgesetzt hatte – sei nicht mehr bedroht, erklärte Muratow.

Seitens der Zeitung war der Vorwurf erhoben worden, Sokolow sei von Bastrykins Leibwache in ein Waldstück nahe Moskau verschleppt worden, wo ihm der Chef der mächtigen Behörde angedroht habe, ihn zu köpfen – und dann selbst die Ermittlungen zu führen.

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Bastrykin bat zwar nur etwas blumig um „Entschuldigung für eine emotionale Explosion, die ich mir bei einem Gespräch erlaubt habe“. Doch dies war für die strikt kremlkritische Zeitung genug, den Vorfall als beigelegt zu betrachten. „Ich hätte nicht platzen dürfen, aber ich bin geplatzt“, so Bastrykin.

Auslöser des Konflikts war ein scharfer Kommentar Sokolows, der Bastrykin und seine Behörde faktisch der Kumpanei mit der Bande eines mafiösen Massenmörders beschuldigt hatte.

Noch heute morgen sah es nicht so aus, als würde der Behördenchef, ein enger Vertrauter von Präsident Putin, vor der oppositionellen Zeitung zu Kreuze kriechen: In einem von der „Iswestija“ veröffentlichten Interview bezeichnete er die Anschuldigungen als „Irrsinn eines entzündeten Hirns“ und behauptete, aufgrund seiner Arbeitsbelastung schon seit Jahren nicht mehr im Wald gewesen zu sein.

Eine juristische Aufarbeitung wird es nun wohl nicht geben – was aber nicht auf allgemeine Zustimmung stößt: Der mit dem Fall vertraute Vizevorsitzende des Duma-Sicherheitsausschusses Alexander Chinstejn äußerte sich dazu so:

„Das heißt, ich kann also Bastrykin auch in den Wald fahren und ihm versprechen, dass ich ihn umbringe und mich dann für mein Platzen entschuldigen – und mir passiert nichts weiter?“



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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

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jich 17.06.2012 - 00:07

>wie gesagt, der Schwank stammt aus
>einem russischen Witzblatt.
Wie gefragt, aus welchem? Oder haben Sie den Titel vergessen? Für den Fall kenne ich da so ein Consulting Studio, was Ihnen helfen kann das Gedächtnis so zu trainieren, dass sie sich an allerlei Sachen erinnern können! 100% Kein Betrug - die Cousine, der Freundin meines Arbeitskollegen hats ausprobiert und es funktioniert wirklich!


>Ich hab ihn mir nicht ausgedacht.
Wie gesagt, ich kenne den Witz auch und da wird mit 100%-iger Wahrscheinlichkeit keine Nationalität genannt.


Paulsen-Consult 16.06.2012 - 21:19

Nicht alles persönlich nehmen...

wie gesagt, der Schwank stammt aus einem russischen Witzblatt. Ich hab ihn mir nicht ausgedacht.


jich 16.06.2012 - 12:11

Das ist eine wertvolle Innenansicht der russischen Seele!

Der Kenner der russischen Seele meldet sich zurück!

´´ Paulsen-Consult 11.05.2012 - 23:57

Niedergang Europas

Eine Fee kommt zu einem russischen Bauern und will ihm einen Wunsch erfüllen. Allerdings würde sein Nachbar von allem was er sich wünscht, dass doppelte bekommen. Nach langem Grübeln und Verhandlungen mit der Fee entscheidet sich der Bauer dafür, ein Auge zu verlieren. ´´

Quelle: http://www.aktuell.ru/russland/kommentar/putin_wohin_lenkt_der_unverschnoerkelte_staatsmann_583.html
Haben wir es hier mit einem untrainierten Gedächtnis oder der üblichen Heuchelei eines modernen Scheindemokraten und Menschenrechtlers zu tun?


Stoll 15.06.2012 - 01:08

Paulsen-Consult --- Die Russen kümmert es überhaupt nicht, ob sie irgendwelche demokratischen Standards einhalten. Sie bemühen sich nicht einmal mehr, die Fassade zu halten. --- Das ist eine wertvolle Innenansicht der russischen Seele!\\r\\nEin Handschlag unter Männern und der Tatbestand der gewaltsamen Entführung, Nötigung und Morddrohung ist erledigt.--- \\r\\nIch stimme Ihnen voll zu.\\r\\nRussland ist Sowjetunion light, denn viele Verhaltensweisen sind aus dieser Zeit und dem Stalinismus übernommen worden.


Paulsen-Consult 14.06.2012 - 23:25

Faszinierend

Das ist eine wertvolle Innenansicht der russischen Seele!
Ein Handschlag unter Männern und der Tatbestand der gewaltsamen Entführung, Nötigung und Morddrohung ist erledigt.
Gut vorstellbar, dass so etwas in Mafiakreisen funktioniert. Zwischen dem leitenden Ermittler und einem Chefredakteur bekommt das etwas unfreiwillig komisches, zumal der Streitgegenstand ja gerade ein kritischer Bericht war, in welchem der Behörde Kungelei mit der Mafia vorgeworden wurde. Das scheint jetzt nach dieser Aktion die mit einem männlichen Ehrenwort endete ex post plausibel.
Eines ist sonnenklar: Die Russen kümmert es überhaupt nicht, ob sie irgendwelche demokratischen Standards einhalten. Sie bemühen sich nicht einmal mehr, die Fassade zu halten.
Ach ja, nicht zu vergessen, dass auf meinen Kommentar jetzt wieder wüste Tiraden von Jich und Konsorten folgen werden. Immer schön aus dem Schutz der Anonymität heraus.
Was für ein Jammertal!


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