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| Russlands oberster Olympionike Leonid Tjagatschow geht nach dem Fehlstart in Vancouver aus dem Rennen (Foto: Vesti) | |
Donnerstag, 04.03.2010
Olympia-Pleite: NOK-Chef Tjagatschow tritt zurück
Moskau. Die Sportfans enttäuscht, Medwedew erzürnt: Leonid Tjagatschow, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Russlands, hat als erster die Konsequenzen aus der Medaillen-Misere von Vancouver gezogen.
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NOK-Chef Tjagatschow gestand in einer offiziellen Erklärung ein, „das Abschneiden unserer Olympiamannschaft hat nicht die Erwartungen vieler meiner Landsleute erfüllt“. Als NOK-Chef habe er dafür „wie auch andere Funktionäre des russischen Sports“, die Verantwortung zu tragen. Deshalb habe er sich zum Rücktritt entschlossen.
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Angesichts des 11. Platzes im internationalen Medaillenspiegels der Spiele von Vancouver hatte Präsident Dmitri Medwedew personelle Konsequenzen gefordert – und gedroht, wer von den Verantwortlichen für das Debakel nicht selber gehe, dem werde man schon nachhelfen.
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Der Sportminister geht in den Endspurt Russlands oberster Sportler, Sportminister Witali Mutko, versucht unterdessen offenbar, durch Einsicht und einen demonstrativen Energie-Ausbruch seine Unverzichtbarkeit zu beweisen.
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Auch Mutko hatte nach der Rückkehr aus Vancouver seinen Rücktritt angeboten – aber im gleichen Atemzug erklärt, dies werde dem russischen Sport kaum nützen. Denn eines ist klar: Bei der nächsten Winterolympiade – 2014 im russischen Sotschi – darf sich die Pleite vor heimischem Publikum nicht wiederholen.
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Aufgrund der Resultate von Vancouver werde es nun „organisatorische und personelle Veränderungen“ geben, so Mutko heute. „Aber es gibt auch Fehler im System und Probleme, die sich über Jahre aufgebaut haben. Für deren Bewältigung braucht es Zeit“, erklärte Mutko. Die sportlichen Vorbereitungen auf Sotschi-2014 würden deshalb jetzt „handgesteuert“ erfolgen.
Keine Trainingszentren und Trainer im Exil In vielen olympischen Disziplinen gebe es in Russland einfach gar keine Trainingszentren, bemängelte Mutko. Im Wintersport betreffe dies etwa das Rodeln und das Bobfahren, Skeleton, Freestyle, Curling und Skispingen. Und im Eiskunstlauf – einst eine Paradedisziplin Russlands und sichere Quelle einiger Goldmedaillen – seien viele russische Top-Trainer ins Ausland abgewandert.
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„Von 45 olympischen Sportarten verfügen nur zwölf über föderale Vorbereitungszentren für die Nationalmannschaften. Für 14 Sportarten werden im laufenden Jahr aber derartige Zentren geschaffen“, so der Sportminister.
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Die anderen werden einfach immer besser ... Das schlechte Abschneiden Russlands bei der letzten Olympiade sei aber auch darauf zurückzuführen, dass die internationale Konkurrenz immer stärker werde. Laut Mutko trat Russland in neun der 86 in Vancouver ausgetragenen Disziplinen mangels Athleten gar nicht erst an. Und konkurrenzfähig seien seine Sportler auch nur in 30 Wettbewerben gewesen – anders als etwa die USA, die bei 65 Wettbewerben ernsthaft konkurrieren konnten.
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Das Problem war schon erkannt Im Prinzip, so Mutko, sei eine Besserung der Lage aber schon beschlossene Sache: Schließlich habe die Regierung schon im August 2009 eine „Entwicklungsstrategie für Körperkultur und Sport“ verabschiedet. Ihr zufolge würden jetzt jährlich 200 Sportstätten eingeweiht, der Schulsport modernisiert und das System für die Vorbereitung der Nachwuchskader der Nationalmannschaften reformiert.
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Ob mit oder ohne Mutko - in vier Jahren wird sich zeigen, ob dies alles auch gleich mehr Medaillen bringt ...
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