 |
|
| Michail Saakaschwili: Sein Gegner Okruaschwili auf dem Rückzug, Mordvorwürfe dementiert (Foto: TV) | |
Montag, 08.10.2007
Georgien: Mordvorwürfe gegen Saakaschwili dementiert
Tiflis. Neue Wendung beim Machtkampf in Georgien. Ex-Verteidigungsminister Okruaschwili soll gegen Kaution von 4 Mio. Euro freigelassen werden. Die Mordvorwürfe gegen Präsident Saakaschwili hatte er zuvor fallen lassen.
|
|
Irakli Okruaschwili hatte Ende September massive Vorwürfe gegen die georgische Führung um Präsident Saakaschwili erhoben. Der Saakaschwili-Clan habe sich die größten Unternehmen des Landes angeeignet, erklärte der Ex-Minister.
|
Mordaufträge und Annexionspläne
|
Zudem beschuldigte er den Präsidenten, mehrere Morde in Auftrag gegeben zu haben – u.a. gegen den Ministerpräsidenten Surab Schwania, der 2005 unter rätselhaften Umständen ums Leben kam. Darüber hinaus habe Georgien im vergangenen Jahr die Annexion Südossetiens geplant und Saakaschwili sei erst im letzten Moment umgeschwenkt, hatte Okruaschwili behauptet.
Die georgische Justiz handelte daraufhin praktisch sofort und verhaftete – Okruaschwili. Ihm wird Erpressung, Geldwäsche, Amtsmissbrauch und Fahrlässigkeit im Dienst vorgeworfen. Der ehemalige Verteidigungsminister soll sich inzwischen schuldig bekannt haben.
|
Beschuldigungen beim Verhör fallengelassen
|
Seine Beschuldigungen gegenüber Saakaschwili habe er hingegen beim Verhör zurückgenommen, erklärte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Nikolos Gwarawia. Gleichzeitig tauchte beim regierungstreuen Fernsehsender Rustawi-2 ein Video des Verhörs auf. Darin bekennt Okruaschwili, die Aussagen nur getroffen zu haben, „um Saakaschwili zu diskreditieren“. Er habe keine Beweise dafür, gestand Okruaschwili den Ermittlern.
|
Dennoch werde die Staatsanwaltschaft wegen des öffentlichen Interesses ein Untersuchungsverfahren auf Grund der Beschuldigungen einleiten, versicherte Gwarawia.
|
Freiheit für umgerechnet vier Millionen Euro
|
Für seine Kooperation mit den Behörden winkt Okruaschwili zumindest zeitweise wieder die Freiheit. Sobald er die Kaution von zehn Millionen Lari (umgerechnet etwa 4 Mio. Euro) gestellt habe, dürfe Okruaschwili das Gefängnis verlassen, erklärte Gwarawia. Allerdings sei der Fall damit noch nicht beendet und der Ex-Minister müsse sich für seine Taten noch vor Gericht verantworten, stellte der Beamte klar.
|
Ob für Saakaschwili die Affäre damit aus der Welt ist, bleibt abzuwarten. Gut möglich, dass sein ehemaliger Verteidigungs-minister den nächsten Angriff startet, sowie er in Freiheit ist.
|
(ab/.rufo/Moskau)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>