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Ramsan Kadyrow und Adam Delimchanow stehen erneut im Blickpunkt wegen Mordvorwürfen
Ramsan Kadyrow und Adam Delimchanow stehen erneut im Blickpunkt wegen Mordvorwürfen
Mittwoch, 21.04.2010

Mordvorwürfe gegen Tschetscheniens Präsident Kadyrow

Moskau. Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow steht erneut im schlechten Licht. Angeblich hat ein gedungener Killer ausgesagt, im Auftrag Kadyrows einen Anschlag auf dessen Rivalen verübt zu haben.

In der Boulevardzeitung „Moskowski Komsomolez“ sind neue Vorwürfe gegen Ramsan Kadyrow aufgetaucht. Isa Jamadajew, jüngster Bruder des mit Kadyrow verfeindeten Jamadajew-Clans in Tschetschenien, hat den Moskauer Statthalter in Grosny beschuldigt, hinter den Anschlägen auf seine Familie zu stecken. Dabei beruft er sich auf ein angebliches Geständnis des Killers, der ihn selbst töten wollte.

Jamadajew-Familie im Visier


Der erste Anschlag ereignete sich im September 2008 in Moskau. Ein Killerkommando tötete Ruslan Jamadajew, Träger des Ordens „Held Russlands“, ehemaliger Duma-Abgeordneter und Kopf der Jamadajew-Familie.

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• Beschuldigung: Kadyrows Umgebung rüstet Terroristen aus (26.01.2010)
• Kadyrow verklagt Nowaja Gaseta wegen Verleumdung (29.10.2009)
Ein halbes Jahr später wurde Sulim Jamadajew, der nach seiner Ablösung als Chef des Tschetschenen-Bataillons „Wostok“ in Dubai versucht hatte unterzutauchen, Opfer eines Anschlags. Offiziell gilt Sulim als tot. Sein Bruder Isa behauptet allerdings, Sulim hätte das Attentat schwer verletzt überstanden. Zuletzt tauchten vor einer Woche Fotos von Sulim auf, die ihn nach wie vor lebend zeigen.

Im Juli 2009 versuchte dann ein Killer auch Isa Jamadajew zu erschießen. Der Mann, Chawasch Jussupow, ein ehemaliger Leibwächter der Jamadajews, traf sein Ziel aber nicht und konnte überwältigt werden.

Erfolgloser Killer belastet Kadyrow


Bei der Befragung durch die Polizei soll Jussupow Kadyrow belastet haben. Die Zeitung präsentierte einige Ausschnitte aus dem Verhörprotokoll. Besonders interessant ist ein dort so wiedergegebenes Gespräch zwischen Jussupow und Kadyrow in Grosny:

"(Kadyrow) „Weißt Du, wer Ruslan Jamadajew getötet hat?“ Ich habe ihm gesagt „Man sagt, Adam Delimchanow hat ihn getötet.“ Er fing an zu lachen „Nein, Delimchanow hat ihn nicht getötet, ich habe ihn getötet. Persönlich durch meinen Befehl. Ich persönlich, das war mein Auftrag Und wer Sulim Jamadajew getötet hat, weißt Du?“, fragte er. Ich sagte: „Er ist nicht tot, nur verletzt, aber man sagt, dass Delimchanow es war.“ Er lachte noch mehr. „Was sagt man – nicht getötet? Er ist sicher tot. Das war mein Befehl. Ich habe das ganz offiziell gesagt. Im Fernsehen, in Moskau, überall. Diese Leute habe ich gefeuert und ich getötet. Und ich werde auch ihre Familie töten“, Das hat Ramsan so gesagt...." - so die Aussage Jussupows.

Echtheit des Protokolls unklar


Laut dem Protokoll hat Kadyrow Jussupow erpresst, den Anschlag auf Isa zu begehen. Andernfalls, so die Drohung, werde Jussupow und dessen Familie in Tschetschenien getötet.

Ob das Protokoll echt ist, ist nicht klar. Isa Jamadajew jedenfalls behauptet, den Mitschnitt von der Polizei bekommen zu haben. Gegen Kadyrows früheren Berater Schaa Turlajew soll auch bereits ein Fahndungsbefehl ergangen sein. Kadyrow selbst wurde von der Polizei allerdings nicht befragt.

Hintermänner der Anschläge gelten als unbekannt


Offiziell gelten die Hintermänner der Anschläge auf die Jamadajew-Familie immer noch als unbekannt. Kadyrow selbst weist jede Schuld von sich.

Es sind nicht die ersten Mordvorwürfe, die gegen Kadyrow auftauchen. Menschenrechtler beschuldigen den tschetschenischen Präsidenten seit langem der Folter und des Mordes an seinen Gegnern.

Zuletzt musste sich der Memorial-Vorsitzende Oleg Orlow vor Gericht verantworten, weil er Kadyrow die Schuld am Tod von Natalja Estemirowa gegeben hatte. Kadyrow hatte ihn daraufhin wegen Verleumdung verklagt und Recht bekommen.



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