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Gerhard Schröder ist wieder in Moskau - um neben der Ostseepipeline noch weitere deutsch-russische Strippen zu ziehen (foto: newsru)
Gerhard Schröder ist wieder in Moskau - um neben der Ostseepipeline noch weitere deutsch-russische Strippen zu ziehen (foto: newsru)
Dienstag, 28.03.2006

Schröder will für Russlands Image trommeln

Moskau. Ex-Kanzler Schröder ist in Moskau – nicht nur in Sachen Ostseepipeline. Er will auch eine Lobby-Organisation aufbauen, die Russlands Image im Westen polieren soll. Dies berichtet jedenfalls der „Kommersant".

Gerhard Schröder hat seinem guten Freund Wladimir Putin einen neuen Vorschlag mitgebracht, so die Zeitung: Ein Lobby-Zentrum soll in deutschen Medien das angeknackste Russland-Bild zum Besseren wenden und weitere deutsch-russische Wirtschaftsprojekte nach dem Muster der Ostsee-Gaspipeline befördern.

Streckt sich Schröder nach russischem Oligarchen-Geld?


Nach Schröders Vorstellungen soll die Arbeit der Organisation von russischer Seite finanziert werden – in erster Linie durch Spenden russischer Unternehmen, schreibt die Zeitung.

Auch wenn der Kreml einige Erfahrungen beim Spendeneintreiben für höhere staatliche Zwecke hat (etwa die 250 Millionen Euro zur Renovierung des Konstantin-Palastes in St. Petersburg, wo im Sommer der G8-Gipfel stattfinden wird), erregt diese Art der Finanzierung bei Fachleuten für die deutsch-russischen Beziehungen doch einige Bauchschmerzen.

Deutsche Organisationen nicht fremdfinanzieren


Bei Russland-Aktuell
• Merkel trifft Putin und die Zivilgesellschaft (16.01.2006)
• Moskau: Merkel macht böse Miene zu guten Geschäften (16.01.2006)
• Ostseepipeline - Modell im Streit Russland - Ukraine (03.01.2006)
• Petersburger Dialog: de Maiziere Co-Vorsitzender (13.12.2005)
• Dialog: Ohne Schröder, aber mit Putin und Merkel (30.11.2005)
Der „Kommersant“ zitiert Klaus Mangold, den Vorsitzenden des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft mit den Worten, dass eine deutsche Organisation auf diesem Feld auch von deutscher Seite getragen werden müsse, andernfalls beschneide dies deren Selbstständigkeit.

Auch der Kreml-Experte Alexander Rahr erklärte gegenüber dem Blatt, dass eine Vertiefung der deutsch-russischen Beziehungen nicht einseitig vom russischen Business, sondern durch deutsche NGOs, die Wirtschaft, die Bundesregierung und EU-Strukturen befördert werden müsse.

Zweifel an der Attraktivität Schröders als Lobbyist


Die Zeitung gibt auch zu bedenken, ob der nach seinem politischen Abgang wegen seines russischen Pipeline-Engagements – Schröder fungiert inzwischen als Aufsichtsratsvorsitzender der in der Schweiz registrierten Träger-Gesellschaft – in die Kritik geratene Ex-Bundeskanzler der geeignete Mann ist, um Russland wirklich gute Image-Dienste zu leisten.

Und was würde Frau Merkel dazu sagen?


Und ungeachtet der fortbestehenden Männerfreundschaft Putin-Schröder müsse der Kreml auch bedenken, wie sich eine „zu offene Unterstützung Schröders“ auf die aktuellen Beziehungen zur neuen Regierung unter Angela Merkel auswirken könnte.

Mit ihr gelte es schließlich auch Beziehungen zu pflegen gibt – das nächste Mal bei den beidseitigen Regierungskonsultationen Ende April in Tomsk. Im Kreml hätten einige Beamte diesbezüglich jedenfalls Vorbehalte gegen den „Schröder-Plan“. (ld/.rufo)


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